Aktivitäten des täglichen Lebens
Aktivitäten des täglichen Lebens sind grundlegende Alltagshandlungen wie Essen, Körperpflege, Ankleiden, Toilettennutzung, Fortbewegung und Transfer, deren Selbstständigkeit eingeschätzt werden kann.
Die Abkürzung ADL bündelt verschiedene Tätigkeiten, ersetzt aber keine genaue Beschreibung, welche Teilschritte selbst gelingen und wobei Unterstützung erforderlich ist.
Auch gebräuchlich: ADL, Activities of Daily Living
Eine Alltagshandlung ist selten nur selbstständig oder unselbstständig
Beim Ankleiden kann eine Person Kleidung auswählen und den Oberkörper versorgen, aber wegen Gleichgewichtsproblemen Hilfe bei Hose und Schuhen benötigen. ADL-Beobachtung zerlegt Tätigkeiten deshalb in sinnvolle Teilschritte und berücksichtigt Vorbereitung, Hilfsmittel, Zeit, Sicherheit, Motivation und wechselnde Tagesform. So entsteht ein brauchbares Bild statt eines groben Etiketts.
Was eine aussagekräftige ADL-Einschätzung berücksichtigen sollte
- Art der Unterstützung
Es wird unterschieden, ob Erinnerung, Vorbereitung, Anleitung, Beaufsichtigung, Teilhilfe oder vollständige Übernahme nötig ist. Diese Unterschiede bestimmen Ziele und Maßnahmen.
- Bedingungen der Leistung
Hilfsmittel, räumliche Barrieren, Schmerz, Erschöpfung oder Zeitdruck können das Ergebnis verändern. Die Fähigkeit wird nicht losgelöst von der realen Umgebung bewertet.
- Schwankungen und Risiken
Eine einmal gelungene Tätigkeit beweist keine dauerhaft sichere Selbstständigkeit. Gute und schlechte Tage sowie Sturz-, Aspirations- oder Überforderungsrisiken werden mitgedacht.
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Quellen
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
- Medizinischer Dienst Bund: Aktuelle Begutachtungs-Richtlinien zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026