Familienzentrierte Pflege
Familienzentrierte Pflege betrachtet bei pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen das Kind und sein familiäres System gemeinsam, ohne die eigenständigen Rechte des Kindes zu übergehen.
Eltern und Bezugspersonen bringen Alltagswissen ein, professionelle Teams tragen Fachverantwortung und das Kind wird entwicklungsangemessen an Entscheidungen beteiligt.
Auch gebräuchlich: familienorientierte Pflege, Family-Centered Care
Alltagswissen der Familie und Fachwissen zusammenbringen
Eltern wissen oft, wie ihr Kind Unbehagen zeigt, welche Abläufe beruhigen und welche Ziele im Alltag wichtig sind. Das Behandlungsteam erklärt Möglichkeiten, Unsicherheiten und Risiken verständlich. Beide Sichtweisen gehören in die Planung. Das Kind wird entsprechend seinen Möglichkeiten selbst angesprochen und beteiligt, auch wenn es nicht lautsprachlich kommuniziert. Bei Jugendlichen können geschützte Gespräche ohne die gesamte Familie wichtig sein.
Beteiligung so planen, dass sie zur Familie passt
- Ein gemeinsames Ziel wählen
Ein Ziel kann die Teilnahme am Unterricht oder eine ruhigere Nacht sein. Besprechen Sie, was dem Kind wichtig ist und woran Familie und Fachkräfte eine Verbesserung erkennen würden.
- Information verständlich austauschen
Erklärungen brauchen Zeit für Rückfragen und eine passende Sprache. Halten Sie wichtige Absprachen so fest, dass auch wechselnde Betreuungspersonen sie nachvollziehen können.
- Aufgaben freiwillig und sicher verteilen
Klären Sie, welche Beteiligung Angehörige wünschen und tatsächlich leisten können. Schulung, Vertretung und Erholung gehören dazu; die Anwesenheit der Eltern ersetzt keine benötigte professionelle Versorgung.
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Quellen
Das IPFCC beschreibt Respekt, verständliche Information, gewünschte Beteiligung und Zusammenarbeit als Grundsätze familienzentrierter Versorgung. Die deutschen Informationen ergänzen Unterstützung bei Behinderung. Dieser Eintrag betrachtet insbesondere Kinder und Jugendliche.
- Institute for Patient- and Family-Centered Care (IPFCC): What is PFCC? Grundsätze der patienten- und familienzentrierten Versorgung
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Wegweiser für Familien mit behindertem oder chronisch krankem Kind
- Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch IX – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026