Palliative Übergabe
Eine palliative Übergabe bündelt Ziele, aktuelle Symptome, Bedarfsmedikation, Therapiebegrenzung, Erreichbarkeit und Wünsche für eine Versorgung mit begrenzter Lebenserwartung.
Sie soll unnötige Krisentransporte vermeiden, ohne behandelbare Belastungen oder einen echten Notfall zu bagatellisieren; maßgeblich bleibt der aktuelle Wille.
Auch gebräuchlich: Übergabe am Lebensende, Palliativübergabe
Das aktuelle Behandlungsziel gehört an den Anfang
Besprechen Sie, was für die Person jetzt wichtig ist, beispielsweise zu Hause zu bleiben, Luftnot zu lindern oder noch an einem bestimmten Ereignis teilzunehmen. Die Übergabe muss erkennen lassen, welche Maßnahmen gewünscht und medizinisch sinnvoll sind. Ein Verzicht auf Wiederbelebung bedeutet nicht automatisch einen Verzicht auf Antibiotika, Flüssigkeit, Schmerzbehandlung oder einen Krankenhausaufenthalt. Jede Begrenzung braucht einen verständlichen Bezug zur konkreten Situation.
Symptomhilfe und Erreichbarkeit tatsächlich verfügbar machen
- Wirksame Behandlung übergeben
Nennen Sie aktuelle Beschwerden, bisher hilfreiche Maßnahmen und Nebenwirkungen. Bei Bedarfsmedikation gehören letzte Gabe, zulässiger Einsatz und ein klarer Rückspracheweg dazu.
- Mittel und Personen bestätigen
Prüfen Sie, ob Medikamente, geeigneter Verabreichungsweg und geschulte Unterstützung vorhanden sind. Die übernehmende Stelle sollte ihre Erreichbarkeit und den Beginn der Versorgung konkret bestätigen.
- Wünsche und Angehörige einbeziehen
Wichtige Dokumente und berechtigte Vertretung müssen erreichbar sein. Fragen Sie auch nach Belastung der Angehörigen, gewünschten Ritualen und einer verständlichen Erklärung möglicher Veränderungen.
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Quellen
G-BA und GKV-Spitzenverband beschreiben spezialisierte Palliativversorgung und gesundheitliche Versorgungsplanung. Die Übergabegrundsätze unterstützen die Zusammenarbeit. Ob ein vorausverfügter Wunsch auf eine aktuelle Situation zutrifft, muss konkret geprüft werden; palliativ bedeutet keine pauschale Begrenzung aller Behandlungen.
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Spezialisierte ambulante Palliativversorgung
- GKV-Spitzenverband: Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
- Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ): TeamSTEPPS: Handoff – sichere Übergabe
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026