PEG-Sonde
Eine PEG-Sonde ist ein durch die Bauchdecke angelegter Zugang zum Magen, über den Nahrung, Flüssigkeit oder Medikamente gegeben werden können.
Pflege umfasst Beobachtung der Eintrittsstelle, sichere Gabe, Spülung nach Plan und die laufende Prüfung von Ziel und Verträglichkeit.
Auch gebräuchlich: perkutane endoskopische Gastrostomie, PEG
Eine PEG ist ein Zugangsweg, keine Entscheidung über das Therapieziel
Eine PEG wird endoskopisch durch die Bauchdecke in den Magen gelegt und kann für längerfristige Ernährung oder Medikamentengabe genutzt werden. Vor Anlage und im Verlauf werden Behandlungsziel, Einwilligung, Alternativen, erwartbarer Nutzen und Belastungen besprochen. Die Versorgung umfasst mehr als die technische Gabe von Nahrung.
PEG-Sonde sicher einordnen: Eintrittsstelle beobachten – Mundpflege fortführen
- Eintrittsstelle beobachten
Rötung, Schmerz, Sekret, Blutung, Schwellung, Geruch oder übermäßiges Gewebe werden nach dem individuellen Plan beobachtet und bei Auffälligkeit fachlich eingeordnet.
- Lage und Durchgängigkeit
Äußere Markierung, Fixierung, Schlauchverlauf und Spülbarkeit werden geprüft. Widerstand, neue Schmerzen oder eine erkennbare Lageveränderung erfordern Stopp und Klärung.
- Medikamente einzeln prüfen
Nicht jede Tablette darf zerkleinert oder über eine Sonde gegeben werden. Arzneiform, Wechselwirkungen und notwendige Spülmengen werden für jedes Präparat geklärt.
- Mundpflege fortführen
Auch ohne orale Nahrungsaufnahme bleiben Speichel, Beläge, Mundtrockenheit und Infektionsrisiken bestehen. Regelmäßige Mundpflege fördert Komfort und Gesundheit.
Fragen, die bei PEG-Sonde häufig entscheiden
Verhindert eine PEG das Verschlucken?
Nein. Speichel, Reflux oder kleine orale Mengen können weiterhin in die Atemwege gelangen. Eine PEG kann Ernährung sichern, beseitigt aber die zugrunde liegende Schluckstörung und das Aspirationsrisiko nicht automatisch.
Was tun, wenn die Sonde herausrutscht?
Die Öffnung kann sich rasch verändern oder schließen. Die Sonde nicht eigenmächtig zurückschieben, nichts eingeben und umgehend den vereinbarten ärztlichen beziehungsweise spezialisierten Kontaktweg nutzen.
Muss eine PEG dauerhaft bleiben?
Nein. Wenn der Zugang nicht mehr benötigt wird, Ziele sich ändern oder der Nutzen nicht mehr überwiegt, kann eine Entfernung beziehungsweise Beendigung geprüft werden. Das geschieht medizinisch und unter Beachtung des Willens.
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Quellen
- AWMF, DGEM und DGG: S3-Leitlinie Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Häusliche Krankenpflege-Richtlinie
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026