Trinknahrung
Trinknahrung ist industriell hergestellte flüssige Zusatznahrung mit definierter Energie- und Nährstoffzusammensetzung zur Ergänzung einer unzureichenden normalen Ernährung.
Sie wird gezielt eingesetzt, wenn Anpassungen der Mahlzeiten allein den festgestellten Bedarf nicht decken.
Auch gebräuchlich: orale Nahrungssupplemente, hochkalorische Trinknahrung
Trinknahrung ist eine begründete Ergänzung, kein Ersatz für jede Mahlzeit
Vor dem Einsatz werden Ursache der geringen Aufnahme, Ernährungsziel, Geschmack, Tagesrhythmus und Schlucksicherheit geprüft. Kleine Portionen zwischen den Mahlzeiten können besser angenommen werden als große Mengen direkt davor. Auswahl und Verlauf orientieren sich an tatsächlicher Aufnahme, Gewicht und Verträglichkeit.
Worauf es bei Trinknahrung besonders ankommt
- Passenden Zeitpunkt wählen
Zwischenmahlzeiten oder ein später Abendtermin können Energie ergänzen, ohne den Appetit auf reguläre Mahlzeiten unnötig zu mindern. Gewohnheiten und Medikamentenzeiten werden berücksichtigt.
- Verträglichkeit beobachten
Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Blutzuckerverlauf und Akzeptanz werden erfasst. Sorte, Menge oder Verteilung können fachlich angepasst werden, statt ungeöffnete Flaschen nur bereitzustellen.
- Wirksamkeit auswerten
Gewicht, Kraft, Wundheilung und Gesamtaufnahme werden im vereinbarten Zeitraum geprüft. Ohne Ziel und Evaluation wird eine Zusatznahrung leicht zur dauerhaften Routine ohne nachgewiesenen Nutzen.
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Quellen
- AWMF, DGEM und DGG: S3-Leitlinie Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Qualitätsstandard für die Verpflegung mit Essen auf Rädern und in Senioreneinrichtungen
- IDDSI: Internationaler Standard für konsistenzadaptierte Kost und Getränke
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026