Fachpraxis & Pflegesystem

Wäschehygiene

Wäschehygiene verhindert die Weiterverbreitung von Verunreinigungen und Krankheitserregern bei Sammlung, Transport, Waschen und Lagerung von Textilien.

Reine und unreine Wege, geeignete Waschverfahren, Schutz bei kontaminierter Wäsche und trockene Lagerung sind entscheidend.

Auch gebräuchlich: hygienische Wäscheaufbereitung

Pflegealltag

Wäschehygiene trennt sauber, gebraucht und infektiös

Wäschehygiene organisiert kontaminationsarmen Weg von benutzter zur sauberen Wäsche. Art der Verschmutzung, Infektionsrisiko, Textil und Waschverfahren bestimmen Schutzmaßnahmen. Saubere Wäsche wird trocken und getrennt gelagert, damit Aufbereitung nicht nachträglich entwertet wird. Persönliche Kleidung wird materialgerecht und würdesensibel behandelt; Kennzeichnung, Verlustmanagement und Rückgabe gehören ebenso zur Qualität wie die mikrobiologisch sichere Aufbereitung.

Vertiefung

Wäschehygiene sicher einordnen: Nicht ausschütteln – Waschverfahren passend

  • Nicht ausschütteln

    Benutzte Wäsche wird am Entstehungsort ruhig gesammelt und möglichst wenig bewegt. Ausschütteln verteilt Staub und Mikroorganismen.

  • Transport trennen

    Geschlossene geeignete Behälter und getrennte Wege verhindern Kontakt mit sauberer Wäsche, Lebensmitteln und Körperpflegeutensilien.

  • Waschverfahren passend

    Temperatur, Waschmittel und gegebenenfalls Desinfektionsverfahren richten sich nach Risiko und Hygieneplan, nicht allein nach sichtbarer Verschmutzung.

Für Unterwäsche und Putztücher gelten andere Anforderungen als für einen Pullover

Im Privathaushalt empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit für Unterwäsche, Bettwäsche, Handtücher, Waschlappen und Putztücher mindestens 60 °C mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel. Für normale Oberbekleidung reichen meist niedrigere Temperaturen und ein geeignetes Waschmittel. Mit infektiösem Erbrochenen oder Stuhl verunreinigte Textilien werden getrennt von anderer Wäsche behandelt. Beachten Sie die Materialverträglichkeit und lassen Sie sich bei nicht entsprechend waschbaren Textilien oder besonderen Infektionen zu einem geeigneten Verfahren beraten. Zusätzliche Hygienespüler sind im üblichen Haushalt nicht nötig. Hände werden nach dem Umgang mit verschmutzter Wäsche gereinigt, saubere Textilien vollständig getrocknet.

Kurz geklärt

Missverständnisse rund um Wäschehygiene klären

  • Muss jede Pflegewäsche bei 60 Grad gewaschen werden

    Nein. Textil, Verschmutzung, Erreger und Waschmittelverfahren bestimmen die nötige Aufbereitung. Bei besonderem Infektionsrisiko gelten festgelegte desinfizierende Verfahren.

  • Darf Bewohnerwäsche gemeinsam gewaschen werden

    Professionelle Einrichtungen benötigen validierte Abläufe, Kennzeichnung und Schutz vor Kreuzkontamination. Ob gemeinsame Aufbereitung zulässig ist, hängt vom Verfahren und lokalen Hygieneplan ab.

Quellen

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit erläutert alltagstaugliche Waschhygiene im Privathaushalt. Die Empfehlungen des RKI betreffen die professionelle Infektionsprävention. Ein häuslicher Waschgang ist nicht automatisch ein nachgewiesen desinfizierendes Verfahren; bei besonderen Erregern oder in Einrichtungen gelten die dafür festgelegten Anforderungen.

  1. Robert Koch-Institut: Infektionsprävention in der Pflege
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de: Haushaltshygiene: Reinigung und richtiges Waschen

Quellen- und Prüfstand: 21. September 2026