Exulzerierender Tumor
Ein exulzerierender Tumor durchbricht Haut oder Schleimhaut und kann Wunde, Exsudat, Geruch, Schmerz, Blutung und starke psychosoziale Belastung verursachen.
Versorgung richtet sich häufig auf Symptomkontrolle, Schutz der Umgebung und Lebensqualität statt auf vollständige Wundheilung.
Auch gebräuchlich: maligne Wunde, offener Tumor
Geruch oder Sekret sind kein persönliches Hygieneversagen
Wenn ein Tumor Haut oder Schleimhaut durchbricht, kann eine empfindliche, blutungsgefährdete Wunde entstehen. Geruch, Sekret und Schmerzen belasten häufig auch das Körpergefühl und soziale Kontakte. Die betroffene Person trägt daran keine Schuld. Vollständige Wundheilung ist nicht immer erreichbar; weniger Schmerz, selteneres Durchfeuchten und sichere Versorgung sind dennoch wichtige, konkrete Behandlungsziele.
Den Verbandwechsel an Beschwerden und Wünschen ausrichten
- Schmerz rechtzeitig berücksichtigen
Besprechen Sie, ob verordnete Schmerzmittel vor dem Wechsel benötigt werden und wann sie wirken. Die Person bestimmt möglichst Tempo und Pausen mit.
- Gewebe schonen
Geeignete nicht haftende Materialien und fachgerechtes Lösen sollen Verletzungen begrenzen. Aggressives Reinigen oder Entfernen von Gewebe ist keine häusliche Standardmaßnahme.
- Alltag und Geruch besprechen
Wählen Sie Hilfen gegen Durchfeuchten und Geruch gemeinsam mit dem Wund- oder Palliativteam. Bedürfnisse zu Kleidung, Nähe und Besuchen gehören dazu.
Quellen
Die S3-Palliativleitlinie behandelt maligne Wunden bei nicht heilbarer Krebserkrankung. Ziele sind häufig Symptomlinderung und Lebensqualität; Empfehlungen für gewöhnliche chronische Wunden lassen sich nicht unverändert auf fragiles Tumorgewebe übertragen.
- Leitlinienprogramm Onkologie: AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Krebshilfe: S3-Leitlinie Palliativmedizin für Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, Kurzversion 3.0, Juli 2026
- World Health Organization: Palliative care
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026