Frühmobilisation
Frühmobilisation bezeichnet den möglichst frühen, medizinisch vertretbaren Beginn von Bewegung nach Operation, akuter Erkrankung oder längerer Immobilität.
Sie reicht von aktiver Bewegung im Bett über Sitzen und Aufstehen bis zu kurzen Wegen und wird an Kreislauf, Schmerz und Belastbarkeit angepasst.
Auch gebräuchlich: frühe Mobilisierung, Mobilisation nach Krankenhausaufenthalt
Früh bedeutet rechtzeitig, nicht übereilt
Lange Inaktivität kann Kraft, Kreislauf, Atmung und Selbstständigkeit rasch verschlechtern. Frühmobilisation setzt deshalb früh an, aber nur nach geklärten Belastungsgrenzen. Pflege, Medizin und Therapie stimmen Ziel, Hilfebedarf, Hilfsmittel sowie Abbruchkriterien ab und nutzen mehrere kurze, sichere Aktivitäten im Tagesverlauf.
Worauf es bei Frühmobilisation besonders ankommt
- Belastbarkeit klären
Kreislauf, Atmung, Schmerz, Operationsvorgaben, Leitungen und neurologischer Zustand werden vor der Aktivität geprüft. Unklare Einschränkungen werden nicht durch Versuch und Irrtum getestet.
- Stufenweise steigern
Oberkörper aufrichten, an die Bettkante setzen, sicher stehen und kurze Wege sind getrennte Belastungsstufen. Jede Stufe wird nach Wirkung und Erholung beurteilt.
- Alltag einbeziehen
Waschen am Waschbecken, gemeinsames Essen oder der Weg zur Toilette können therapeutische Ziele alltagsnah unterstützen, wenn die Situation sicher vorbereitet ist.
Quellen
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
- Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch IX – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Pflegewissen für pflegende Angehörige
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026