Hemiparese
Hemiparese bezeichnet eine unvollständige Lähmung oder deutliche Schwäche einer Körperhälfte.
Sie beeinflusst Transfer, Gehen, Körperpflege, Wahrnehmung und den Schutz der betroffenen Seite.
Auch gebräuchlich: Halbseitenlähmung, halbseitige Schwäche
Eine Hemiparese verändert ganze Handlungsketten
Hemiparese kann Arm, Bein, Gesicht und Rumpf einer Körperseite unterschiedlich betreffen. Neben Kraftverlust können veränderter Muskeltonus, Sensibilität, Wahrnehmung und Koordination hinzukommen. Pflege unterstützt sichere Nutzung und schützt die betroffene Schulter, ohne den Arm passiv zu ziehen.
Hemiparese sicher einordnen: Rumpf stabilisieren – Betroffene Seite einbeziehen
- Rumpf stabilisieren
Eine symmetrische, aktive Sitzposition erleichtert Armfunktion, Atmung und Transfer. Kissen werden nur gezielt eingesetzt und regelmäßig auf Wirkung geprüft.
- Schulter schützen
Beim Transfer nicht am betroffenen Arm ziehen. Arm und Schulter werden nach therapeutischer Empfehlung unterstützt, Schmerz oder neue Schwellung weitergegeben.
- Betroffene Seite einbeziehen
Gegenstände, Berührung und Aktivität werden angepasst angeboten. Bei Neglect geschieht dies strukturiert und sicher, nicht durch überraschende Reize.
Fragen, die bei Hemiparese häufig entscheiden
Ist eine gelähmte Seite gefühllos?
Nicht automatisch. Sensibilität kann erhalten, vermindert oder verändert sein. Schmerz, Temperatur und Druck werden individuell geprüft und die Haut vor unbemerkten Verletzungen geschützt.
Soll die starke Seite alles übernehmen?
Sie sichert viele Tätigkeiten, aber ausschließliche Nutzung kann die betroffene Seite weiter aus dem Alltag drängen und Überlastung fördern. Geeignete beidseitige Strategien werden therapeutisch angeleitet.
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Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Schlaganfall
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026