Gesundheit, Krankheiten & Symptome

Spastik

Spastik ist eine geschwindigkeitsabhängige Erhöhung der Muskelspannung durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems, die Bewegung, Pflege und Schmerz beeinflussen kann.

Sie kann Stabilität teilweise unterstützen, zugleich aber Transfers, Hygiene, Schlaf und Gelenkbeweglichkeit erschweren.

Auch gebräuchlich: spastische Tonuserhöhung

Klinisch einordnen

Erhöhte Spannung kann verschiedene Folgen haben

Spastik entsteht nach Schädigung bestimmter motorischer Bahnen in Gehirn oder Rückenmark. Der Widerstand gegen passive Bewegung kann mit der Bewegungsgeschwindigkeit zunehmen. Hinzukommen können schmerzhafte Verkrampfungen und ungünstige Haltungen. Die Folgen unterscheiden sich: Bei einer Person behindert Spannung das Waschen der Hand, bei einer anderen trägt sie teilweise zum sicheren Stehen bei.

Sicher handeln

Ein konkretes Ziel macht Behandlung beurteilbar

Vereinbaren Sie mit dem Behandlungsteam ein Alltagsziel, etwa weniger Schmerzen beim Ankleiden, leichteres Sitzen oder bessere Hautpflege. Beobachten Sie nach einer Änderung, ob genau dieses Ziel erreicht wird und ob neue Schwäche entsteht. Bei verstärkter Spannung werden auch mögliche Auslöser wie Schmerzen, eine ungünstige Position oder Blasen- und Darmprobleme berücksichtigt. Langsame, angeleitete Unterstützung ist hilfreicher als ein kräftiges Durchdrücken gegen Widerstand.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

Die S2k-Leitlinie von DGN und DGNR beschreibt das spastische Syndrom und eine Behandlung nach individuellen Zielen. Die Senkung des Muskeltonus allein ist kein ausreichender Maßstab für einen Nutzen im Alltag.

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie und Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation / AWMF: S2k-Leitlinie Therapie des spastischen Syndroms, Version 6.1 (Stand Dezember 2024)

Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026