Gesundheit, Krankheiten & Symptome

Multimorbidität

Multimorbidität bedeutet, dass bei einer Person gleichzeitig mehrere chronische oder länger bestehende Erkrankungen vorliegen.

Behandlungen, Medikamente und Alltagsziele müssen aufeinander abgestimmt werden, weil Empfehlungen für eine Erkrankung andere Probleme verstärken können.

Auch gebräuchlich: Mehrfacherkrankung

Begriff verstehen

Mehrere Erkrankungen erzeugen gemeinsame Belastung

Multimorbidität verändert Behandlungsziele, weil Empfehlungen für einzelne Krankheiten miteinander kollidieren können. Viele Termine, Medikamente und Selbstmanagementaufgaben belasten zusätzlich. Gute Versorgung priorisiert deshalb gemeinsam, welche Ziele den größten Nutzen für Funktion, Beschwerden und Lebensqualität haben.

Vertiefung

Multimorbidität sicher einordnen: Wechselwirkungen beachten – Ziele priorisieren

  • Wechselwirkungen beachten

    Erkrankungen und Therapien können sich gegenseitig verstärken. Neue Beschwerden werden nicht vorschnell einer bekannten Diagnose zugeschrieben.

  • Behandlungslast reduzieren

    Komplexe Pläne werden auf Machbarkeit, Doppelungen und tatsächlichen Nutzen geprüft. Weniger kann sinnvoll sein, muss aber fachlich begründet und abgestimmt werden.

  • Ziele priorisieren

    Lebensqualität, Selbstständigkeit, Symptomkontrolle und Prognose werden gemeinsam gewichtet. Nicht jeder Laborwert hat für die Person dieselbe Bedeutung.

Kurz geklärt

Missverständnisse rund um Multimorbidität klären

  • Ab wie vielen Krankheiten spricht man von Multimorbidität

    Häufig ist damit das gleichzeitige Bestehen mehrerer chronischer Erkrankungen gemeint, oft mindestens zwei. Für die Versorgung ist jedoch wichtiger, wie sie zusammenwirken und welche Behandlungslast entsteht.

  • Warum braucht es eine koordinierende Ansprechperson

    Mehrere Fachbereiche können widersprüchliche Empfehlungen geben. Eine koordinierende ärztliche und pflegerische Sicht bündelt Medikamente, Ziele, Termine und Warnzeichen und vermindert Versorgungslücken.

Quellen

  1. World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
  2. Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Pflegewissen für pflegende Angehörige

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026