Person & Pflegealltag

Mundpflege am Lebensende

Mundpflege am Lebensende lindert Trockenheit, Beläge, unangenehmen Geschmack, Verletzungen und Durstgefühl mit möglichst schonenden, individuell angenehmen Maßnahmen.

Komfort und Zustimmung stehen vor einem schematischen Reinigungsziel. Häufigkeit und Mittel richten sich nach wahrnehmbarer Linderung und Belastung.

Auch gebräuchlich: palliative Mundpflege, Mundpflege in der Sterbephase

Sicher einordnen

Kleine, häufige und vertraute Maßnahmen können großen Komfort schaffen

In der Sterbephase nimmt die orale Aufnahme oft ab und Mundatmung verstärkt Trockenheit. Lippen, Zunge und Schleimhaut werden regelmäßig beobachtet und nach Wunsch befeuchtet oder vorsichtig gereinigt. Geschmack, Temperatur und vertraute Produkte können wichtig sein; jeder Reiz wird an Reaktion und Belastung angepasst.

Im Pflegealltag

Worauf es bei Mundpflege am Lebensende besonders ankommt

  • Befeuchten statt überfordern

    Kleine Mengen, befeuchtete Tupfer oder geeignete Gele können angenehmer sein als umfangreiches Spülen. Schluckfähigkeit und Aspirationsrisiko werden berücksichtigt.

  • Schmerzzeichen beachten

    Abwehr, Grimassieren, Blutung, Pilzbelag oder verletzte Mundwinkel können zusätzliche Behandlung erfordern. Mundpflege wird nicht gegen deutliche Belastung fortgesetzt.

  • Angehörige anleiten

    Wer helfen möchte, erhält eine einfache sichere Vorgehensweise und erfährt, welche Mittel ungeeignet sind. Nähe und Zuwendung bleiben wichtiger als technische Perfektion.

Ein trockener Mund ist nicht automatisch ein Auftrag für eine Infusion

Mundtrockenheit kann auch bei ausreichender Flüssigkeitsgabe bestehen, etwa durch Mundatmung oder Medikamente. Schonende Mundpflege wird deshalb eigenständig angeboten und nach ihrer spürbaren Wirkung angepasst. Ob zusätzlich medizinisch unterstützte Flüssigkeitsgabe sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam gemeinsam mit der betroffenen Person beziehungsweise ihrer Vertretung anhand von Ziel, möglichem Nutzen und Belastungen. Angehörige können beim Befeuchten helfen, nachdem eine sichere Methode gezeigt wurde; bei Unruhe oder Abwehr wird innegehalten.

Quellen

NICE NG31 behandelt die letzten Lebenstage Erwachsener und empfiehlt individuelle Mund- und Lippenpflege. Allgemeine Mundpflegehinweise müssen in dieser Situation an Wachheit, Schlucken, Wünsche und Belastung angepasst werden.

  1. National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Care of dying adults in the last days of life – NG31
  2. Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP): Mundgesundheit und praktische Unterstützung bei der Mundpflege
  3. AWMF, DGAZ und DGZMK: Zahnmedizinische Betreuung geriatrischer Patientinnen und Patienten

Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026