Mundtrockenheit
Mundtrockenheit ist das subjektive Gefühl oder die tatsächliche Verminderung von Speichel und kann durch Medikamente, Erkrankungen oder geringe Flüssigkeitszufuhr begünstigt werden.
Sie erschwert Sprechen, Kauen, Schlucken und Prothesentragen und erhöht das Risiko für Schäden im Mund.
Auch gebräuchlich: Xerostomie, trockener Mund
Mundtrockenheit ist Symptom, Risiko und Belastung
Speichel schützt Schleimhäute und Zähne, erleichtert Sprechen, Schmecken, Kauen und Schlucken. Wird zu wenig Speichel gebildet oder der Mund ständig offen gehalten, können Beläge, Brennen, Risse, Karies, Prothesenprobleme und verminderte Nahrungsaufnahme entstehen.
Mundtrockenheit sicher einordnen: Medikamente prüfen lassen – Reizstoffe vermeiden
- Medikamente prüfen lassen
Viele Arzneimittel können Mundtrockenheit begünstigen. Sie werden nicht selbst abgesetzt, aber bei ausgeprägten Beschwerden in einer strukturierten Medikationsprüfung angesprochen.
- Befeuchtung anpassen
Häufige kleine Schlucke, geeignete Mundpflegeprodukte oder speichelanregende Reize können helfen, sofern Schlucken, Erkrankungen und individuelle Vorgaben dies erlauben.
- Reizstoffe vermeiden
Alkoholhaltige Mundspülungen, sehr scharfe Speisen oder ungeeignete Pflegeprodukte können trockene Schleimhaut zusätzlich reizen und werden nach Verträglichkeit ausgewählt.
Missverständnisse rund um Mundtrockenheit klären
- Ist Mundtrockenheit immer durch zu wenig Trinken verursacht
Nein. Medikamente, Bestrahlung, Erkrankungen, Mundatmung, Sauerstofftherapie oder reduzierte Speichelproduktion können beteiligt sein. Trinkmenge wird geprüft, aber die Ursachenklärung darf dort nicht enden.
- Wann braucht Mundtrockenheit fachliche Abklärung
Bei Schmerzen, Schluckproblemen, wiederkehrenden Entzündungen, starkem Belag, offenen Stellen, Gewichtsverlust oder anhaltenden Beschwerden. Zahnärztliche, ärztliche und pflegerische Beobachtungen ergänzen sich dabei.
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Quellen
- AWMF, DGAZ und DGZMK: Zahnmedizinische Betreuung geriatrischer Patientinnen und Patienten
- AWMF, DGEM und DGG: S3-Leitlinie Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026