Demenz, Psyche & Beziehung

Unruhe

Unruhe ist ein gesteigertes inneres oder motorisches Aktivitätsniveau, das sich durch Umhergehen, Nesteln, häufiges Aufstehen, Anspannung oder fehlende Ruhe zeigen kann.

Sie ist ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen – von Schmerz und Harndrang bis zu Angst, Delir, Medikamentenwirkung oder einer unpassenden Umgebung.

Auch gebräuchlich: motorische Unruhe, innere Unruhe

Klinisch einordnen

Unruhe: Verlauf, Funktion und Alltag zusammen betrachten

Sie ist ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen – von Schmerz und Harndrang bis zu Angst, Delir, Medikamentenwirkung oder einer unpassenden Umgebung. Bei Unruhe werden Beschwerden, Fähigkeiten, Verlauf, Behandlung und persönliche Ziele zusammen betrachtet. Einzelbeobachtungen erhalten erst durch Zeitpunkt, Ausgangslage und Veränderung ihre Bedeutung und werden verständlich an die zuständige Fachperson übergeben.

Sicher handeln

Drei Entscheidungspunkte bei Unruhe

  • Veränderung erkennen

    Zeitpunkt, Situation, körperliche Beschwerden, Ausscheidung, Schlaf, Reize, Medikamente und Reaktion auf Ansprache werden als Muster dokumentiert. Beobachtet wird im Vergleich zum persönlichen Ausgangszustand und nicht anhand eines einzelnen unspezifischen Zeichens.

  • Unterstützung anpassen

    Grundbedürfnisse werden geklärt, sichere Bewegung ermöglicht und Reize angepasst; Beziehung und vertraute Tätigkeit gehen einer pauschalen Beruhigung vor. Wirkung, Belastung und unerwünschte Folgen werden zeitnah mit demselben geeigneten Maß erneut beurteilt.

  • Versorgung abstimmen

    Bei Unruhe werden aktuelle Diagnosen, Anordnungen, Medikamente, Hilfsmittel und vereinbarte Warnzeichen über Sektorengrenzen vollständig weitergegeben. Unklare oder widersprüchliche Angaben werden vor einer riskanten Handlung geklärt.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

  1. AWMF, DGN und DGPPN: S3-Living-Guideline Demenzen
  2. AWMF: S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026