Unruhe
Unruhe ist ein gesteigertes inneres oder motorisches Aktivitätsniveau, das sich durch Umhergehen, Nesteln, häufiges Aufstehen, Anspannung oder fehlende Ruhe zeigen kann.
Bewegung oder häufiges Aufstehen sind nicht automatisch behandlungsbedürftig. Wichtig ist, ob die Person leidet, eine Gefahr entsteht oder sich ihr Verhalten plötzlich verändert hat.
Auch gebräuchlich: motorische Unruhe, innere Unruhe
Zuerst verstehen, was gerade fehlt oder belastet
Unruhe kann beispielsweise auftreten, wenn der Weg zur Toilette nicht gefunden wird, Schmerzen bestehen oder eine Umgebung zu laut ist. Die mögliche Erklärung wird geprüft, nicht als sichere Ursache behauptet. Bei einem neuen Verhalten helfen Beginn, Tageszeit und vorausgehende Ereignisse. Auch neue Medikamente oder veränderte Einnahme gehören in die Rückmeldung an die behandelnde Stelle.
Eine passende Antwort erproben und ihre Wirkung beobachten
- Ein konkretes Bedürfnis aufgreifen
Fragen Sie ruhig nach Beschwerden und bieten Sie verständliche Hilfe an. Wenn Worte nicht ausreichen, können vertraute Bezugspersonen und Beobachtung der Situation zusätzliche Hinweise geben.
- Sichere Aktivität ermöglichen
Wenn Gehen hilft und sicher möglich ist, muss es nicht allein wegen einer abweichenden Routine verhindert werden. Benötigte Begleitung, geeignete Schuhe und Hindernisse werden berücksichtigt.
- Wohlbefinden statt bloßer Stillheit beurteilen
Nach einer Maßnahme zählen Kontakt, Beschwerden und Fähigkeiten. Ungewöhnliche Schläfrigkeit nach einem Medikament ist nicht automatisch eine erfolgreiche Behandlung der Unruhe und wird fachlich überprüft.
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Quellen
Demenz- und Delirleitlinie erläutern mögliche Auslöser und die Bedeutung neu auftretender Veränderungen. Unruhe allein bezeichnet keine Diagnose. Ihr Rückgang ist nur dann ein hilfreiches Ergebnis, wenn zugleich Wohlbefinden und Sicherheit beachtet werden.
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026