Demenz, Psyche & Beziehung

Wiederholtes Rufen

Wiederholtes Rufen bezeichnet häufige Lautäußerungen oder Fragen, die bei kognitiver Beeinträchtigung, Angst, Schmerz, Einsamkeit, Reizüberflutung oder unerfüllten Bedürfnissen auftreten können.

Wiederholtes Rufen kann für alle Beteiligten belastend sein. Die Person braucht eine verständliche Reaktion und gegebenenfalls Abklärung; die Lautstärke allein entscheidet nicht über den Hilfebedarf.

Auch gebräuchlich: ständiges Rufen, wiederholtes Fragen

Die Situation vor und nach dem Rufen mitbetrachten

Ein Beispiel zur Orientierung: Rufe treten besonders auf, wenn eine Bezugsperson den Raum verlässt, und werden bei verständlich angekündigter Rückkehr seltener. Dies kann auf Unsicherheit hinweisen, beweist sie aber nicht. Auch Schmerzen, Toilettenbedarf, fehlende Hörhilfe oder andere Beschwerden werden berücksichtigt. Ein bekanntes Muster schließt eine neue körperliche Ursache nicht aus.

Kontakt und Hilfe so anbieten, dass sie nachvollziehbar sind

  • Konkret nachfragen

    Kurze Fragen und ausreichend Antwortzeit können helfen, ein Anliegen zu verstehen. Bei eingeschränkter Sprache werden Mimik, Bewegung und die aktuelle Tätigkeit mitbeachtet, ohne vorschnell eine eindeutige Bedeutung zu behaupten.

  • Zusagen einhalten

    Wenn ein weiterer Kontakt angekündigt wird, sollte er tatsächlich stattfinden. Eine für die Person unverständliche Zeitangabe oder wiederholt nicht eingehaltene Zusage kann zusätzliche Unsicherheit erzeugen.

  • Belastung gemeinsam bearbeiten

    Betroffene Mitbewohnende, Angehörige und Beschäftigte brauchen ebenfalls Entlastung. Das Team sucht nach passenden räumlichen und organisatorischen Lösungen, ohne die rufende Person zu bestrafen oder notwendige Hilfe zu entziehen.

Vom Begriff zur Handlung

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Quellen

Die Demenzleitlinie und ZQP beschreiben mögliche Belastungen und unerfüllte Bedürfnisse. Aus Häufigkeit oder Lautstärke allein lässt sich kein Motiv ableiten; neue Lautäußerungen werden auch auf körperliche Ursachen geprüft.

  1. AWMF, DGN und DGPPN: S3-Living-Guideline Demenzen
  2. Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege: Einsamkeit bei pflegebedürftigen Menschen

Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026