Recht, Ethik & Lebensende

Advance Care Planning

Advance Care Planning ist ein strukturierter Gesprächsprozess zur vorausschauenden Klärung persönlicher Behandlungswünsche für mögliche zukünftige Krisen.

Wünsche werden informiert, wiederholt und so dokumentiert, dass sie im Versorgungssystem auffindbar und umsetzbar sind.

Auch gebräuchlich: ACP, gesundheitliche Versorgungsplanung

Prozess verstehen

Advance Care Planning macht Vorausplanung zum Gesprächsprozess

Advance Care Planning ist ein wiederholter Prozess mit qualifizierter Gesprächsbegleitung. Er klärt Werte, Ziele und konkrete Behandlungswünsche für Situationen, in denen eine Person nicht selbst entscheiden kann. Dokumente werden so formuliert, dass Rettungsdienst, Klinik, Ärzte und Pflege sie finden und anwenden können.

Gesundheitliche Vorausplanung ist besonders wertvoll, wenn Gespräche in mehreren Etappen stattfinden. Die Person kann erst Werte und Befürchtungen klären, dann konkrete Krankheitsverläufe und Maßnahmen besprechen und schließlich Dokumente sowie Vertretung abstimmen. Neue Diagnose, Krankenhausaufenthalt oder veränderte Lebenssituation sind Anlässe zur Aktualisierung. Ergebnisse müssen am Aufenthaltsort auffindbar und für Notfälle verständlich sein. Ein Gesprächsangebot darf nicht als Druck zum Therapieverzicht wirken; ebenso ist eine Entscheidung für umfassende Behandlung zu respektieren. Qualität zeigt sich daran, dass die dokumentierten Wünsche in späteren Übergaben bekannt sind und im konkreten Fall erneut auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden.

Vertiefung

Advance Care Planning sicher einordnen: Entscheidungen verstehen – Regelmäßig aktualisieren

  1. Entscheidungen verstehen

    Nutzen, Belastung und wahrscheinliche Folgen von Reanimation, Krankenhauseinweisung oder künstlicher Ernährung werden verständlich besprochen, ohne Druck zu einer bestimmten Wahl.

  2. Vertretung einbeziehen

    Bevollmächtigte kennen Werte und Dokumente und lernen, den Willen zu vertreten statt eigene Wünsche einzusetzen. Zustimmung der Person bleibt Voraussetzung.

  3. Krisendokumente verfügbar

    Notfallbogen, Patientenverfügung und Medikamentenplan sind an einem bekannten Ort und begleiten Übergänge. Ein Dokument im Schrank allein hilft im Notfall wenig.

  4. Regelmäßig aktualisieren

    Gesundheit, Erfahrungen und Ziele können sich verändern. Dokumente werden nach relevanten Ereignissen überprüft, bestätigt oder angepasst.

Kurz geklärt

Missverständnisse rund um Advance Care Planning klären

  • Ist ACP dasselbe wie Patientenverfügung

    Nein. Die Verfügung ist ein mögliches Ergebnis. ACP umfasst den informierten Gesprächsprozess, Vertretung, konkrete Notfallplanung, Dokumentation und regelmäßige Überprüfung.

  • Wer darf ACP-Gespräche führen

    Für gesetzlich geregelte Angebote sind qualifizierte Gesprächsbegleitende und kooperierende Ärzte vorgesehen. Persönliche Vorausplanung ist auch sonst möglich, sollte bei komplexen medizinischen Fragen fachlich begleitet werden.

  • Kann eine Entscheidung später geändert werden

    Ja, solange die Person entscheidungsfähig ist, jederzeit. Auch aktuelle nonverbale oder verbale Äußerungen sind bedeutsam; Dokumente werden nicht gegen einen klar erkennbaren aktuellen Willen verwendet.

Vom Begriff zur Handlung

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Quellen

  1. GKV-Spitzenverband: Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
  2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Vorsorgevollmacht, Betreuung und Patientenverfügung

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026