Person & Pflegealltag

Dauerkatheter

Ein Dauerkatheter leitet Urin über einen länger liegenden Schlauch aus der Harnblase in einen Beutel ab.

Er benötigt eine klare Indikation, ein geschlossenes System, freie Ableitung, hygienischen Umgang und regelmäßige Prüfung, ob er noch erforderlich ist.

Auch gebräuchlich: Blasenkatheter, transurethraler Dauerkatheter

Klinisch einordnen

Ein Dauerkatheter löst ein Ausscheidungsproblem nicht folgenlos

Ein transurethraler Dauerkatheter bleibt nur bei einer nachvollziehbaren Indikation liegen, weil jeder Kathetertag Infektions- und Verletzungsrisiken mit sich bringt. Pflege sichert einen ungehinderten Urinabfluss, hält das geschlossene System aufrecht und prüft gemeinsam mit den Verantwortlichen regelmäßig Alternativen und Entfernung.

Der Zugang kann durch Harnröhre oder Bauchdecke verlaufen

Ein transurethraler Katheter führt durch die Harnröhre, ein suprapubischer Katheter durch die Bauchdecke in die Blase. Beide sind von einer einzelnen Katheterisierung zur Entleerung zu unterscheiden. Eintrittsstelle und notwendige Versorgung sind daher nicht identisch. In der Übergabe werden Zugangsart, Katheterdaten, Anlass und Kontakt für Probleme benannt. Ein suprapubischer Zugang verhindert Harnwegsinfektionen nicht automatisch und rechtfertigt ebenfalls keine unnötigen Manipulationen am System.

Vertiefung

Freien Abfluss und das geschlossene System erhalten

  • Beutel unter Blasenniveau

    Der Sammelbeutel hängt frei unterhalb der Blase, ohne den Boden zu berühren. Schlaufen, Knicke oder Zug am Schlauch werden konsequent vermieden.

  • Geschlossenes System schützen

    Unnötiges Trennen erhöht das Kontaminationsrisiko. Proben, Wechsel und Manipulationen erfolgen nur nach festgelegter Indikation und hygienischem Verfahren.

  • Auffälligkeiten einordnen

    Schmerzen, Fieber, Blut, fehlender Urinfluss oder neue Verwirrtheit werden fachlich beurteilt. Trüber oder riechender Urin allein beweist keine behandlungsbedürftige Infektion.

  • Indikation täglich mitdenken

    Inkontinenz oder organisatorische Erleichterung rechtfertigen einen Dauerkatheter nicht automatisch. Sobald der Grund entfällt, wird eine Entfernung geplant.

Konkrete Orientierung

Fragen, die bei Dauerkatheter häufig entscheiden

Muss die Eintrittsstelle desinfiziert werden?

Im Alltag genügt in der Regel schonende Reinigung im Rahmen der Körperpflege nach dem geltenden Standard; aggressive oder routinemäßige Desinfektion kann reizen. Besondere Situationen richten sich nach Hygieneplan und medizinischer Anordnung.

Was tun, wenn kein Urin mehr in den Beutel läuft?

Zuerst werden Knicke, Beutellage, volle Kammer und sichtbarer Zug geprüft, ohne am Katheter zu spülen oder zu ziehen. Bei Schmerzen, gefüllter Blase oder anhaltendem Stopp braucht es rasch fachliche Hilfe.

Wie oft wird ein Dauerkatheter gewechselt?

Nicht nach einem beliebigen allgemeinen Rhythmus, sondern nach Katheterart, Herstellerangaben, medizinischer Indikation und individuellem Verlauf. Ein Wechsel ohne Grund kann ebenso Risiken verursachen wie ein zu langes Belassen.

Vom Begriff zur Handlung

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Quellen

Die KRINKO-Empfehlung beschreibt die Infektionsprävention bei Harnwegskathetern. Die HKP-Richtlinie betrifft verordnungsfähige Leistungen; konkrete Pflege und Wechsel hängen zusätzlich von Katheterart, Herstellerangaben und Behandlungsplan ab.

  1. Robert Koch-Institut / KRINKO: Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen, Empfehlung 2015
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss: Häusliche Krankenpflege-Richtlinie

Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026