Person & Pflegealltag

Kommunikation bei Demenz

Kommunikation bei Demenz passt Sprache, Tempo, Umgebung und nonverbale Signale an veränderte Aufmerksamkeit, Erinnerung, Wortfindung und Situationsdeutung an.

Ihr Ziel ist nicht, Fehler zu korrigieren, sondern Verstehen, Beziehung, Beteiligung und Sicherheit in der jeweiligen Situation zu ermöglichen.

Auch gebräuchlich: Gesprächsführung bei Demenz, demenzsensible Kommunikation

Beziehung herstellen

Verständigung beginnt mit Aufmerksamkeit und emotionaler Sicherheit

Ein kurzer Satz kann misslingen, wenn er aus dem Nebenraum kommt, mehrere Aufträge enthält oder die Person gerade Schmerzen hat. Hilfreich sind Blickkontakt auf Augenhöhe, ruhige Ansprache, ein Gedanke pro Satz und ausreichend Antwortzeit. Mimik, Gestik, Tonfall und Verhalten werden als mögliche Mitteilungen ernst genommen, ohne ihre Bedeutung vorschnell festzulegen.

Im Moment bleiben

Drei Situationen, in denen Anpassung wichtiger ist als Korrektur

  • Wiederholte Frage

    Die wiederkehrende Frage kann Unsicherheit oder ein unerfülltes Bedürfnis ausdrücken. Eine knappe Antwort, sichtbare Orientierung und beruhigende Begleitung helfen oft mehr als der Hinweis, sie sei bereits beantwortet.

  • Andere Wirklichkeit

    Wenn Zeit, Ort oder Personen anders eingeordnet werden, wird zuerst das Gefühl hinter der Aussage aufgenommen. Konfrontation ist nur sinnvoll, wenn sie Orientierung ermöglicht und nicht zusätzliche Angst erzeugt.

  • Abwehr und Rückzug

    Schweigen, Wegdrehen oder Anspannung können Überforderung, Scham, Schmerz oder fehlendes Verständnis anzeigen. Handlung stoppen, Ursache suchen und einen neuen Zugang anbieten schützt Beziehung und Zustimmung.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

  1. AWMF, DGN und DGPPN: S3-Living-Guideline Demenzen
  2. Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege: Expertenstandards und Methodenpapier

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026