Medikamentengabe über Sonde
Medikamentengabe über Sonde ist die geprüfte Verabreichung geeigneter Arzneiformen durch eine enterale Sonde unter Beachtung von Lage, Material, Wechselwirkungen und Spülung.
Retardierte, magensaftresistente, zytotoxische oder anderweitig ungeeignete Präparate dürfen nicht allein aufgrund ihrer Form zerkleinert werden; Alternativen werden ärztlich und pharmazeutisch geklärt.
Auch gebräuchlich: Arzneimittel über Ernährungssonde, Sondenmedikation
Was bei Medikamentengabe über Sonde zuerst geklärt wird
Retardierte, magensaftresistente, zytotoxische oder anderweitig ungeeignete Präparate dürfen nicht allein aufgrund ihrer Form zerkleinert werden; Alternativen werden ärztlich und pharmazeutisch geklärt. Bei Medikamentengabe über Sonde werden Ausgangslage, aktueller Auftrag, beobachtbare Veränderung und persönliche Notfallvereinbarungen zusammen betrachtet. Einzelne Messwerte oder Packungsangaben ersetzen weder die Identitätsprüfung noch die fachliche Bewertung der gesamten Situation.
Drei Sicherheitsanker bei Medikamentengabe über Sonde
- Gezielt prüfen
Sondenart und -lage, Wirkstoff und Arzneiform, Zerkleinerbarkeit, Ernährungspause, Spülmenge, Flüssigkeitsbegrenzung und Verstopfungsrisiko werden für jedes Präparat einzeln geprüft. Zeitpunkt, Ausgangszustand und bereits erfolgte Maßnahmen werden so konkret notiert, dass die nächste Stelle damit entscheiden kann.
- Im eigenen Rahmen handeln
Arzneimittel werden getrennt voneinander und von Nahrung gegeben, mit erlaubter Flüssigkeit gespült und Wirkung sowie Sondendurchgängigkeit beobachtet. Kompetenz, Einwilligung und der vereinbarte Rückfrageweg bestimmen, wer welche Handlung sicher ausführt.
- Vollständig übergeben
Bei Medikamentengabe über Sonde werden Person, Ort, Verlauf, aktuelle Befunde, Arzneimittel oder Technik, Maßnahmen, Wirkung und bekannte Vorausverfügungen knapp und widerspruchsfrei übermittelt.
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Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Mit Arzneimitteln richtig umgehen
- AWMF, DGEM und DGG: S3-Leitlinie Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter
- Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Arzneimitteltherapiesicherheit
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026