Orthostatische Hypotonie
Orthostatische Hypotonie ist ein deutlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen, der Schwindel, Schwäche oder Ohnmacht auslösen kann.
Langsames Aufrichten, sichere Begleitung, Beobachtung und ärztliche Prüfung möglicher Ursachen senken das Sturzrisiko.
Auch gebräuchlich: orthostatische Dysregulation, Kreislaufabfall beim Aufstehen
Beim Aufstehen sackt der Kreislauf ab
Orthostatische Hypotonie ist ein deutlicher Blutdruckabfall beim Aufrichten, der Schwindel, Schwarzwerden vor Augen, Schwäche oder Sturz verursachen kann. Flüssigkeitsmangel, Medikamente, lange Bettruhe, neurologische Erkrankungen und autonome Störungen können beitragen. Symptome und Messwerte werden im zeitlichen Zusammenhang beurteilt.
Die Messung vergleicht Liegen und Stehen im zeitlichen Verlauf
Ein typisches Kriterium ist ein anhaltender Abfall des systolischen Drucks um mindestens 20 mmHg oder des diastolischen Drucks um mindestens 10 mmHg innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen. Es gibt auch sehr frühe oder verzögerte Formen. Ein unauffälliger Einzelwert erklärt daher nicht jedes Symptom. Wer dabei sturzgefährdet ist oder schon ohnmächtig wurde, führt keinen unbegleiteten Provokationstest durch; Untersuchung und Interpretation gehören in fachliche Hände.
Lagewechsel sicher gestalten und Ursachen prüfen
- Langsam aufrichten
Erst aufsetzen, Beine bewegen, kurz warten und dann mit sicherer Unterstützung aufstehen. Hektisches Hochziehen erhöht Sturz- und Kreislaufrisiko.
- Messung standardisieren
Blutdruck und Puls werden nach Ruhe und in festgelegten Abständen nach Lagewechsel gemessen. Zeitpunkt, Symptome und Medikamente gehören zur Dokumentation.
- Auslöser erkennen
Morgenstunden, warme Räume, große Mahlzeiten, Dehydration oder neue Medikamente können Beschwerden verstärken und helfen bei der Ursachenklärung.
- Sturzfolgen verhindern
Erreichbare Sitzmöglichkeiten, Klingel, passende Schuhe und Begleitung bei bekannten Risikosituationen verbinden Kreislaufmanagement mit Sturzprävention.
Fragen, die bei Orthostatische Hypotonie häufig entscheiden
Was tun bei akutem Schwindel nach dem Aufstehen?
Sofort sicher hinsetzen oder hinlegen, Sturz verhindern und Beschwerden beobachten. Bei Ohnmacht, Brustschmerz, neurologischen Zeichen oder anhaltenden Problemen medizinische beziehungsweise notfallmäßige Hilfe organisieren.
Soll mehr getrunken oder Salz gegessen werden?
Solche Maßnahmen können bei manchen Ursachen helfen, sind bei Herz-, Nieren- oder Blutdruckerkrankungen aber nicht pauschal sicher. Sie gehören in einen individuell ärztlich abgestimmten Plan.
Kann ein Medikament die Ursache sein?
Ja. Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel, Psychopharmaka und weitere Arzneimittel können beitragen. Eine Medikationsprüfung ist sinnvoll; Präparate werden nicht eigenmächtig abgesetzt.
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Quellen
Die ESC beschreibt typische Blutdruckänderungen bei Orthostase; die NICE-Sturzleitlinie berücksichtigt lageabhängige Kreislaufprobleme als Risikofaktor. Die Messung muss sicher und standardisiert erfolgen, besonders bei bereits aufgetretenen Stürzen oder Ohnmacht.
- European Society of Cardiology (ESC): Low blood pressure: orthostatic hypotension
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE): NG249: Falls – assessment and prevention, Empfehlungen 2025
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026