Person & Pflegealltag

Sehbehinderung

Eine Sehbehinderung ist eine dauerhaft oder längerfristig eingeschränkte Sehfunktion, die Orientierung, Lesen, Gesichtserkennung und sichere Alltagshandlungen erschweren kann.

Für die Pflege zählt nicht nur die gemessene Sehschärfe, sondern welche Informationen, Kontraste, Wege und Handlungen unter den vorhandenen Bedingungen tatsächlich zugänglich sind.

Auch gebräuchlich: Seheinschränkung, hochgradige Sehbehinderung

Sehen konkret verstehen

Sehfähigkeit verändert sich mit Licht, Kontrast, Entfernung und Aufgabe

Eine Person kann große Schrift lesen und dennoch Stufen oder seitlich auftauchende Hindernisse übersehen. Andere erkennen Gegenstände, aber keine Gesichter. Pflege und Umgebung müssen deshalb anhand konkreter Situationen angepasst werden: Medikamentenkennzeichnung, Mahlzeiten, Mobilität, Rufanlage und persönliche Gegenstände stellen jeweils andere Anforderungen an Sehfeld, Kontrast und Beleuchtung.

Orientierung ermöglichen

Was bei eingeschränktem Sehen im Pflegealltag hilft

  • Ansprechen und ankündigen

    Die Person wird mit Namen angesprochen; Berührung, Ortswechsel und Handlungen werden angekündigt. Wer den Raum betritt oder verlässt, macht sich hörbar bemerkbar.

  • Kontrast und Ordnung

    Gut unterscheidbare Farben, blendfreie Beleuchtung und feste Plätze erleichtern das Auffinden. Laufwege bleiben frei; Möbel oder Hilfsmittel werden nicht kommentarlos umgestellt.

  • Hilfsmittel erreichbar halten

    Brille, Lupe oder elektronische Sehhilfe müssen sauber, funktionsfähig und griffbereit sein. Eine ungewohnte Verschlechterung wird nicht vorschnell dem Alter zugeschrieben.

Vom Begriff zur Handlung

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Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Erkrankungen der Augen
  2. World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026