Person & Pflegealltag

Spiritualität

Spiritualität umfasst persönliche Fragen nach Sinn, Verbundenheit, Hoffnung, Werten und Transzendenz und kann religiös oder nicht religiös gelebt werden.

Pflege respektiert Rituale, Überzeugungen und Gesprächswünsche, ohne eine bestimmte Deutung aufzudrängen.

Auch gebräuchlich: spirituelle Bedürfnisse

Begriff verstehen

Spiritualität kann tragen, irritieren oder ganz unwichtig sein

Spirituelle Bedürfnisse zeigen sich in Fragen nach Sinn, Schuld, Hoffnung, Zugehörigkeit, Abschied oder dem, was im Leben trägt. Pflege muss darauf keine Antworten geben, kann aber aufmerksam zuhören, gewünschte Rituale ermöglichen und passende Seelsorge oder andere Vertrauenspersonen vermitteln.

Vertiefung

Spiritualität sicher einordnen: Offen fragen – Grenzen der Rolle

  • Offen fragen

    Neutrale Fragen nach Kraftquellen, wichtigen Überzeugungen oder gewünschten Ritualen lassen religiöse und nicht religiöse Antworten zu, ohne eine Weltanschauung vorauszusetzen.

  • Rituale praktisch ermöglichen

    Zeit, Raum, Gegenstände, Musik, Speisen oder Kontakt zu einer Gemeinschaft können bedeutsam sein. Sicherheit und Rechte anderer werden respektvoll mitbedacht.

  • Grenzen der Rolle

    Pflegende begleiten und vermitteln, aber missionieren nicht und geben keine therapeutischen Deutungen für schwere Schuld-, Angst- oder Krisenerfahrungen aus.

Kurz geklärt

Missverständnisse rund um Spiritualität klären

  • Muss Spiritualität dokumentiert werden

    Nur soweit eine freiwillig mitgeteilte Information für Wünsche, Versorgung oder Krisenbegleitung relevant ist. Weltanschauung gehört zu besonders persönlichen Daten und wird nicht aus Interesse oder pauschal vollständig erfasst.

  • Was tun bei religiös begründeten Konflikten mit Behandlung

    Wünsche werden ernst genommen, verständliche Informationen und Alternativen angeboten und bei Bedarf Vertretung, Behandlungsteam oder Seelsorge einbezogen. Entscheidungsfähigkeit und rechtlicher Rahmen werden konkret, nicht pauschal nach Religion beurteilt.

Quellen

  1. World Health Organization: Palliative care
  2. World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026