Leitfall ESF-08 · Beziehungsgestaltung bei Demenz

Körperpflege wird abgewehrt – das Team spricht von Verweigerung

Bearbeiten Sie den Fall zunächst ohne Musterweg. Trennen Sie akute Sicherheitsfragen, individuelle Einschätzung, Ziel, Maßnahmen, Rollen und Evaluation.

30 MinutenHoch Komplexität2 Settingtransfers
Zwei unterschiedlich gestaltete Stühle stehen in warmem Abendlicht einander zugewandt und sind durch einen offenen Lichtweg verbunden.
KI-generierte IllustrationLeitmotiv des Standards Beziehungsgestaltung bei Demenz
Ausgangslage

Was ist passiert?

Frau H., 86 Jahre, lebt mit Demenz. Morgens schlägt sie nach Händen, wenn die Körperpflege beginnt. Nachmittags lässt sie sich von einer vertrauten Pflegeperson am Waschbecken begleiten. In der Biografie ist festgehalten, dass sie früher spät aufstand und großen Wert auf Privatsphäre legte. Trotzdem steht im Ablaufplan weiterhin Ganzkörperpflege um 7 Uhr; Schmerzen und akute Ursachen wurden nicht systematisch geprüft.

Eigenständig bearbeiten

Vier Arbeitsaufträge

Notieren Sie nur de-identifizierte Stichworte. Ihre Eingaben bleiben in dieser geöffneten Seite und werden nicht gespeichert.

  1. 01Ausdruck und Situation ohne vorschnelles Etikett beschreiben.
  2. 02Eine prüfbare Verstehenshypothese bilden.
  3. 03Beziehungs- und Alltagsgestaltung konkret verändern.
  4. 04Fall-, Team- und Organisationsnachweise miteinander verbinden.

Keine Namen, Geburtsdaten oder anderen identifizierenden Angaben eintragen.

Musterweg erst nach eigener Bearbeitung öffnenBegründeter Lösungsweg
  1. 01

    Akute Ursachen prüfen

    Schmerz, Infektion, Ausscheidung, Delir, Angst und körperliche Beschwerden werden vor einer reinen Demenzdeutung geklärt.

  2. 02

    Situation genau beobachten

    Zeit, Person, Ort, Berührung, Sprache, Tempo, Privatsphäre und Reaktion werden in gelingenden und belastenden Momenten verglichen.

  3. 03

    Hypothese formulieren

    Die frühe fremdbestimmte Ganzkörperpflege könnte Scham und Bedrohung auslösen; diese Annahme bleibt an Reaktionen zu prüfen.

  4. 04

    Alternative erproben

    Späterer Zeitpunkt, vertraute Person, Teilpflege am Waschbecken, Wahlmöglichkeit und ankündigende Berührung werden verbindlich getestet.

  5. 05

    Resonanz gemeinsam auswerten

    Wohlbefinden, Beteiligung, Abwehr und Pflegeziel werden im Team und mit Zugehörigen als Erkenntnisquelle reflektiert.

Gleiches Ziel, andere Bedingungen

Ambulanter und stationärer Transfer

Ambulante Pflege

Kurze Einsätze brauchen klare Prioritäten, vertraute Kontaktweisen und Alternativen, wenn die geplante Handlung nicht einvernehmlich gelingt.

Stationäre Pflege

Dienstplan, Zeitfenster und Teamübergabe müssen personbezogene Kontaktweisen tatsächlich ermöglichen.

Typische Fehlwege

Woran eine oberflächliche Lösung scheitert

  • Abwehr als festes Persönlichkeitsmerkmal dokumentieren.
  • Biografie sammeln, ohne Routinen zu verändern.
  • Eine gelingende Einzelperson als Zufall statt als Lernquelle behandeln.
Vom Fall zum Qualitätsgespräch

Prüfen Sie jetzt die drei Auditebenen

Die vertiefte Auditbegleitung öffnet denselben Standard und hilft, Fall, Personal und Organisation mit belastbaren Nachweisen zu verbinden.

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