Person & Pflegealltag

Ankleiden

Ankleiden umfasst Auswahl, Reihenfolge und Durchführung des An- und Ausziehens unter Berücksichtigung von Selbstständigkeit, Beweglichkeit, Schmerz, Hilfsmitteln und persönlichem Stil.

Kleidung schützt nicht nur den Körper. Sie drückt Identität, Rolle, Anlass und Wohlbefinden aus und sollte deshalb nicht allein nach pflegerischer Bequemlichkeit gewählt werden.

Auch gebräuchlich: Kleiden, Anziehhilfe

Mehr als eine Verrichtung

Beim Ankleiden treffen Funktion und persönliche Erscheinung zusammen

Knöpfe, Reißverschlüsse, enge Ärmel oder Schuhe können bei Lähmung, Gelenkschmerz, Tremor oder Sehproblemen einzelne Schritte erschweren. Eine genaue Beobachtung zeigt, ob Vorbereitung, mehr Zeit, eine veränderte Reihenfolge oder ein Hilfsmittel genügt. Die Person wählt weiterhin Farbe, Stil und Anlassbezug, solange keine konkrete Gefahr entgegensteht.

Fähigkeiten erhalten

Ankleiden erleichtern, ohne unnötig zu übernehmen

  • Auswahl überschaubar machen

    Zwei passende Kombinationen oder geordnet bereitgelegte Kleidungsstücke können Entscheidungen erleichtern. Die Auswahl bleibt dennoch bei der Person und wird nicht heimlich vorweggenommen.

  • Reihenfolge anpassen

    Bei einer gelähmten oder schmerzhaften Seite kann eine eingeübte Reihenfolge hilfreich sein. Welche Technik sicher ist, sollte individuell angeleitet und nicht aus einer Pauschalregel abgeleitet werden.

  • Hilfsmittel erproben

    Anziehhilfe, langer Schuhlöffel, elastische Schnürung oder angepasste Verschlüsse unterstützen nur, wenn sie erreichbar, verstanden und praktisch erprobt sind.

Vom Begriff zur Handlung

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Quellen

  1. Stiftung ZQP: Körperpflege – Praxistipps für den Pflegealltag
  2. World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026