Diversität in der Pflege
Diversität in der Pflege bezeichnet die bewusste Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensalter, Geschlechter, sexueller Identitäten, Behinderungen, Herkünfte, Sprachen, Religionen und Lebensformen.
Ziel ist keine Sonderbehandlung nach Etikett, sondern ein Pflegealltag, in dem individuelle Identität sichtbar sein darf und niemand durch Routinen oder Vorannahmen benachteiligt wird.
Auch gebräuchlich: Vielfalt in der Pflege, diversitätssensible Pflege
Vielfalt zeigt sich oft in kleinen Entscheidungen des Pflegealltags
Welche Anrede passt, wer als Familie gilt, welche Kleidung getragen wird oder ob eine Partnerschaft offen benannt werden kann, beeinflusst Vertrauen und Zugehörigkeit. Diversitätssensible Pflege prüft deshalb Sprache, Dokumentation, Zimmergestaltung, Besuchsregeln und Angebotsplanung auf unnötige Normvorstellungen und fragt, was die einzelne Person benötigt.
Drei Prüfsteine für einen diskriminierungssensiblen Pflegealltag
- Selbstbezeichnung respektieren
Name, Pronomen, Beziehungen und Identitätsangaben werden so verwendet, wie die Person es wünscht. Intime Informationen werden nur mit Pflegebezug und geschützt dokumentiert.
- Zugänge mitdenken
Information, Räume, Kommunikation und Angebote müssen auch bei Sinnes-, Mobilitäts-, Lern- oder Sprachbarrieren erreichbar sein; bloße Gleichbehandlung kann bestehende Hürden fortschreiben.
- Abwertung bearbeiten
Diskriminierende Äußerungen oder Handlungen werden nicht als Geschmackssache übergangen. Schutz, Gespräch, Teamreflexion und klare Verantwortlichkeit gehören zur professionellen Reaktion.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch IX – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026