Kultursensible Pflege
Kultursensible Pflege berücksichtigt individuelle kulturelle, religiöse und biografische Prägungen, ohne Menschen auf eine vermeintliche Gruppenzugehörigkeit festzulegen.
Sie fragt nach der einzelnen Person: nach Sprache, Essen, Schamgrenzen, Ritualen, Familie, Krankheitserklärungen und dem Umgang mit Nähe, Behandlung oder Sterben.
Auch gebräuchlich: kulturreflexive Pflege, transkulturelle Pflege
Kultursensibilität beginnt mit Fragen, nicht mit Annahmen
Kulturelle Prägung kann beeinflussen, wie eine Person Beschwerden ausdrückt, Hilfe annimmt, Intimität schützt, Angehörige beteiligt oder religiöse Pflichten lebt. Dieselbe Zugehörigkeit führt jedoch nicht zu denselben Wünschen. Fachlich gute Pflege verbindet respektvolle Neugier mit Selbstreflexion und überprüft jede Annahme im Gespräch mit der betroffenen Person.
Quellen
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
- Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch IX – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026