Kultursensible Pflege
Kultursensible Pflege berücksichtigt individuelle kulturelle, religiöse und biografische Prägungen, ohne Menschen auf eine vermeintliche Gruppenzugehörigkeit festzulegen.
Sie fragt nach der einzelnen Person: nach Sprache, Essen, Schamgrenzen, Ritualen, Familie, Krankheitserklärungen und dem Umgang mit Nähe, Behandlung oder Sterben.
Auch gebräuchlich: kulturreflexive Pflege, transkulturelle Pflege
Kultursensibilität beginnt mit Fragen, nicht mit Annahmen
Kulturelle Prägung kann beeinflussen, wie eine Person Beschwerden ausdrückt, Hilfe annimmt, Intimität schützt, Angehörige beteiligt oder religiöse Pflichten lebt. Dieselbe Zugehörigkeit führt jedoch nicht zu denselben Wünschen. Fachlich gute Pflege verbindet respektvolle Neugier mit Selbstreflexion und überprüft jede Annahme im Gespräch mit der betroffenen Person.
Quellen
Die Pflege-Charta erläutert Religion, Kultur, Privatheit und Information; § 2 SGB XI benennt die Berücksichtigung persönlicher und religiöser Bedürfnisse. Beispiele beschreiben mögliche Fragen, keine Eigenschaften einer Bevölkerungsgruppe.
- Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP): Rechte pflegebedürftiger Menschen und Pflege-Charta
- Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz / Bundesamt für Justiz: § 2 SGB XI: Selbstbestimmung
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026