Opioidtherapie
Opioidtherapie ist die ärztlich gesteuerte Behandlung starker Schmerzen oder ausgewählter palliativer Symptome mit opioid wirksamen Arzneimitteln.
Nutzen und Risiken hängen von Präparat, Dosis, Applikationsweg, Vorerfahrung, Organfunktion und weiteren dämpfenden Substanzen ab; Retard- und Bedarfsmedikation werden klar unterschieden.
Auch gebräuchlich: starke Schmerzmittel, Opioide
Schmerzlinderung und Alltagstauglichkeit werden gemeinsam beurteilt
Die Behandlung soll Beschwerden lindern und ein vereinbartes Ziel erreichen, etwa Schlaf oder Bewegung ermöglichen. Beurteilt werden auch Wachheit, Atmung, Übelkeit und Verstopfung. Eine länger wirksame Dauerform und eine schnell wirksame Bedarfsdosis haben unterschiedliche Aufgaben. Sie dürfen nicht nach Belieben gegeneinander ausgetauscht werden. Retardpräparate werden nicht ohne ausdrückliche fachliche Klärung zerkleinert, weil dadurch zu viel Wirkstoff auf einmal frei werden kann.
Begleitprobleme und Pflaster von Anfang an mitplanen
- Verstopfung vorbeugen
Besprechen Sie früh einen passenden Plan zur Darmtätigkeit und beobachten Sie Stuhlgang und Beschwerden. Eine ausgeprägte Obstipation wird nicht erst nach mehreren erfolglosen Tagen angesprochen.
- Pflaster sicher wechseln
Zeitpunkt und Stelle werden dokumentiert; vor dem neuen Pflaster wird das alte nach Plan entfernt. Fentanylpflaster nicht zerschneiden und vor äußerer Wärme, etwa Heizkissen oder Wärmflasche, schützen.
- Dämpfende Kombinationen prüfen
Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Alkohol können Risiken verstärken. Neue Kombinationen werden fachlich geprüft; auch gebrauchte Pflaster müssen vor Kindern und anderen Personen sicher verwahrt und entsorgt werden.
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Quellen
Die S3-Leitlinie behandelt insbesondere Palliativmedizin bei nicht heilbarer Krebserkrankung. MedlinePlus ergänzt Fentanylpflaster, BfArM das Risiko mit zusätzlich dämpfenden Arzneimitteln. Auswahl und Dosis sind nicht auf andere Schmerzsituationen oder Personen übertragbar.
- Leitlinienprogramm Onkologie: AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Krebshilfe: S3-Leitlinie Palliativmedizin für Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, Kurzversion 3.0, Juli 2026
- MedlinePlus / American Society of Health-System Pharmacists: Fentanyl Transdermal Patch
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Morphin: Produktinformation zum Risiko bei gleichzeitiger Anwendung mit Sedativa (2018)
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026