Psychopharmaka und Sedierung
Psychopharmaka beeinflussen psychische Funktionen; sedierende Wirkungen können therapeutisch beabsichtigt oder unerwünscht sein und Wachheit, Atmung, Mobilität sowie Teilhabe verändern.
Bei pflegebedürftigen Menschen müssen konkrete Indikation, Ziel, Dauer, Wirkungskontrolle und Alternativen sichtbar bleiben, besonders bei herausforderndem Verhalten.
Auch gebräuchlich: sedierende Medikamente, Beruhigungsmittel in der Pflege
Psychopharmaka sind nicht alle Beruhigungsmittel
Die Gruppe umfasst Arzneimittel mit unterschiedlichen Zielen, etwa gegen Depression, Psychose oder Angst. Müdigkeit kann eine Nebenwirkung sein oder bei bestimmten Behandlungen gezielt angestrebt werden. Deshalb muss klar sein, welches Symptom behandelt wird und woran ein Nutzen erkennbar ist. Mehr Schlaf allein beweist keine Verbesserung, wenn die Person zugleich kaum trinken, gehen oder Kontakt aufnehmen kann.
Wirkung anhand eines konkreten Ziels und beobachtbarer Belastungen prüfen
Vereinbaren Sie, wann die Behandlung überprüft wird. Halten Sie nicht nur Unruhe fest, sondern auch Wachheit, Gang, Stürze, Schlucken und Möglichkeiten zur Teilhabe. Bei Demenz werden mögliche Auslöser wie Schmerz, Angst, Reizüberflutung oder ein Delir mitgeprüft. Medikamente ersetzen keine notwendige Betreuung. Eine geplante Reduktion wird ärztlich begleitet: Besonders Benzodiazepine, bestimmte Schlafmittel und Antidepressiva können beim abrupten Absetzen Beschwerden verursachen; dafür braucht es einen individuellen Verlauf und erreichbare Rücksprache.
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Quellen
Die Demenzleitlinie bewertet Psychopharmaka bei Demenz; NICE beschreibt das sichere Beenden bestimmter Arzneimittel mit Absetzrisiken. Diese Empfehlungen gelten nicht unterschiedslos für alle psychischen Erkrankungen oder jede geplante medizinische Sedierung.
- AWMF, DGN und DGPPN: S3-Living-Guideline Demenzen
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Medicines associated with dependence or withdrawal symptoms – NG215
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Morphin: Produktinformation zum Risiko bei gleichzeitiger Anwendung mit Sedativa (2018)
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026