Mobilität, Haut & Prävention

Palliative Wundversorgung

Palliative Wundversorgung richtet die Behandlung einer nicht oder nur begrenzt heilbaren Wunde vorrangig auf Komfort, Schmerz, Geruch, Exsudat, Blutung und Lebensqualität aus.

Sie ist eine aktive, zielklare Versorgung und nicht das Ende fachlicher Wundbehandlung.

Auch gebräuchlich: palliative Wundpflege, Wundversorgung am Lebensende

Sicher einordnen

Wenn Heilung unrealistisch ist, werden Belastung und Lebensqualität zum Maßstab

Wundreinigung, Verband und Wechselhäufigkeit werden so gewählt, dass Beschwerden möglichst gering bleiben. Erwartungen werden offen mit der betroffenen Person und wichtigen Bezugspersonen besprochen. Auch bei palliativer Zielsetzung werden vermeidbarer Druck, Infektion, Geruch und schmerzhafte Abläufe nicht einfach hingenommen.

Im Pflegealltag

Worauf es bei Palliative Wundversorgung besonders ankommt

  • Ziel transparent vereinbaren

    Heilung, Stabilisierung, Geruchskontrolle, weniger Wechsel oder Schmerzfreiheit können unterschiedlich gewichtet werden. Das vereinbarte Ziel wird dokumentiert und bei Veränderungen angepasst.

  • Belastung reduzieren

    Analgesie, Material, Ablösetechnik, Zeitpunkt und Dauer des Verbandwechsels werden abgestimmt. Unnötig häufige Manipulation kann Komfort und Vertrauen erheblich beeinträchtigen.

  • Krisen vorausplanen

    Mögliche Blutung, starker Geruch, rasch zunehmendes Exsudat oder Infektionszeichen werden mit erreichbaren Ansprechpartnern und konkreten Handlungswegen vorbereitet.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

  1. AWMF: S3-Leitlinie Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden
  2. World Health Organization: Palliative care
  3. Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege: Expertenstandards und Methodenpapier

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026