Person & Pflegealltag

Pflegeabwehr bei der Körperpflege

Pflegeabwehr bei der Körperpflege bezeichnet verbales oder nonverbales Zurückweisen von Wasch-, Dusch-, Ankleide- oder Intimpflegehandlungen.

Sie ist zunächst eine Mitteilung und kann unter anderem mit Schmerz, Scham, Angst, fehlendem Verständnis, früheren Erfahrungen, Überforderung oder einer unpassenden Situation zusammenhängen.

Auch gebräuchlich: Abwehr beim Waschen, Widerstand bei der Körperpflege

Abwehr ernst nehmen

Ein Zurückweichen oder Festhalten ist kein Arbeitsauftrag zum Weitermachen

Anspannung, Wegdrehen, Schlagen, Rufen oder das Festhalten an Kleidung können anzeigen, dass die Person die Handlung nicht versteht oder nicht will. Zuerst wird gestoppt, Abstand hergestellt und die Situation beruhigt. Danach lassen sich Auslöser wie Kälte, Zeitdruck, Schmerzen, fremde Personen, Intimität oder eine zu komplexe Aufforderung genauer klären.

Situation neu aufbauen

Von der Unterbrechung zu einer akzeptablen Alternative

  1. Ursache suchen

    Körperliche Beschwerden, Toilettendrang, Müdigkeit, Hör- oder Sehprobleme und die bisherige Kommunikation werden geprüft, bevor Verhalten allein der Demenz oder Persönlichkeit zugeschrieben wird.

  2. Angebot verkleinern

    Ein anderer Zeitpunkt, vertraute Produkte, Teilwaschung, mehr Eigenaktivität oder eine bevorzugte Pflegeperson können die Situation verändern. Wahlmöglichkeiten werden konkret und überschaubar angeboten.

  3. Muster auswerten

    Wiederkehrende Abwehr wird mit Situation, Auslösern und hilfreichen Reaktionen dokumentiert und im Team beziehungsweise mit Angehörigen besprochen, ohne die Person abwertend zu etikettieren.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

  1. Stiftung ZQP: Körperpflege – Praxistipps für den Pflegealltag
  2. AWMF, DGN und DGPPN: S3-Living-Guideline Demenzen

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026