Pflegepräferenz
Eine Pflegepräferenz beschreibt, wie eine Person Unterstützung, Nähe, Ansprache, Tagesablauf oder Entscheidungen bevorzugt und welche Formen sie ausdrücklich nicht möchte.
Präferenzen machen Versorgung persönlich. Sie können stabil sein, sich aber durch Erfahrung, Krankheit, Beziehungen oder die konkrete Situation verändern.
Auch gebräuchlich: persönliche Pflegewünsche, Präferenz
Pflegepräferenzen werden erst durch konkrete Situationen verständlich
Aussagen wie „Ich möchte selbstständig bleiben“ oder „Ich mag keine fremde Hilfe“ sind wichtige Ausgangspunkte, aber noch keine fertige Pflegeplanung. Im Gespräch wird geklärt, welche Handlungen besonders sensibel sind, welche Unterstützung akzeptiert wird, wer einbezogen werden darf und wie Sicherheit hergestellt werden kann, ohne die Person zu übergehen.
Pflegewünsche so erfassen, dass sie im Alltag nutzbar bleiben
- Situation benennen
Statt allgemein nach Wünschen zu fragen, werden konkrete Momente besprochen: Körperpflege, Essen, Medikamentengabe, Besuch, Schlaf, religiöse Praxis oder Hilfe bei der Ausscheidung.
- Ablehnung dokumentieren
Auch ein Nein, eine Grenze oder eine nur unter bestimmten Bedingungen akzeptierte Hilfe gehört zur Präferenz. Anlass, Alternativen und erneute Gesprächsangebote werden nachvollziehbar festgehalten.
- Aktualität prüfen
Frühere Angaben bleiben bedeutsam, dürfen aktuelle Äußerungen aber nicht automatisch überstimmen. Veränderungen werden respektvoll geklärt und nicht vorschnell als Unzuverlässigkeit bewertet.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch XI – Soziale Pflegeversicherung
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026