Mobilität, Haut & Prävention

Ulcus cruris

Ulcus cruris bezeichnet einen länger bestehenden Gewebedefekt am Unterschenkel, häufig infolge venöser oder arterieller Durchblutungsstörungen.

Ursache, Durchblutung, Wundzustand, Schmerzen und Begleiterkrankungen bestimmen die Behandlung und erlaubte Kompression.

Auch gebräuchlich: offenes Bein, Unterschenkelgeschwür

Klinisch einordnen

Beim Ulcus cruris entscheidet die Ursache

Ulcus cruris ist eine Sammelbezeichnung für chronische Unterschenkelwunden. Häufigste Ursachen sind venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen, daneben kommen Diabetes, Entzündungen und weitere Erkrankungen infrage. Ohne Ursachenklärung kann eine scheinbar passende lokale Wundbehandlung schaden oder erfolglos bleiben.

Neue Beschwerden unter der Versorgung nicht als Gewöhnung abtun

Zunehmender Schmerz, Taubheit, kalte oder verfärbte Zehen unter einer Kompressionsversorgung müssen unverzüglich fachlich geklärt werden. Sie sind kein Zeichen, dass eine stärkere Behandlung besonders wirksam ist. Zur Rückmeldung gehört, seit wann die Veränderung besteht und ob das System neu angelegt oder geändert wurde. Für die weitere Versorgung werden die aktuelle Gefäßbeurteilung, passende Anlage und persönliche Verträglichkeit gemeinsam geprüft.

Vertiefung

Durchblutung, Ödem und Wundverlauf aufeinander beziehen

  • Venös und arteriell unterscheiden

    Lage, Haut, Pulse, Schmerz und Gefäßdiagnostik helfen bei der Einordnung. Kompression ist bei venöser Ursache zentral, kann bei relevanter arterieller Durchblutungsstörung aber gefährlich sein.

  • Wunde systematisch erfassen

    Größe, Tiefe, Exsudat, Beläge, Rand, Umgebung, Schmerz und Verlauf werden zusammen dokumentiert. Nur die Fläche beschreibt die Wundsituation nicht vollständig.

  • Bewegung und Hochlagerung

    Bei venöser Stauung unterstützen Muskelpumpe und geeignete Hochlagerung den Rückfluss, sofern individuelle Gefäß- und Herzsituation dies zulassen.

  • Rezidive verhindern

    Nach Heilung bleiben Ursachen oft bestehen. Langfristige Kompression, Hautpflege, Bewegung und Kontrolle sind je nach Befund für die Rückfallprävention wichtig.

Konkrete Orientierung

Fragen, die bei Ulcus cruris häufig entscheiden

Darf jedes Ulcus cruris komprimiert werden?

Nein. Vor Kompression muss die arterielle Durchblutung ausreichend geklärt sein. Stärke und System richten sich nach Befund, Beschwerden, Begleiterkrankungen und fachlicher Verordnung.

Warum heilt eine Unterschenkelwunde manchmal nicht?

Mögliche Gründe sind unzureichend behandelte Ursache, Druck, Infektion, Ödem, Mangelernährung, ungeeigneter Verband, Medikamente oder seltenere Erkrankungen. Eine systematische Neubewertung ist wichtiger als häufige Produktwechsel.

Welche Zeichen verlangen rasche Gefäßabklärung?

Plötzlich starke Schmerzen, kalter oder blasser Fuß, fehlende Pulse, dunkle Verfärbung oder rasche Verschlechterung können auf kritische Durchblutung hinweisen und benötigen dringende medizinische Beurteilung.

Vom Begriff zur Handlung

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Quellen

Die S3-Leitlinie behandelt schwerheilende Wunden bei Durchblutungsstörungen und Diabetes. Die Ursache einer Unterschenkelwunde und die Eignung für Kompression müssen individuell abgeklärt werden; die Wundlage allein entscheidet darüber nicht.

  1. AWMF: S3-Leitlinie Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden

Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026