Wundinfektion
Eine Wundinfektion liegt vor, wenn sich Mikroorganismen im Gewebe vermehren und lokale oder systemische Entzündungszeichen verursachen.
Zunehmender Schmerz, Rötung, Wärme, Schwellung, Eiter, Geruch, Fieber oder Verschlechterung benötigen fachliche Bewertung.
Auch gebräuchlich: infizierte Wunde
Eine Wundinfektion zeigt sich im Verlauf
Eine Wundinfektion wird aus lokalen und gegebenenfalls systemischen Zeichen im Verlauf beurteilt. Rötung, Wärme, Schwellung, Schmerz, verändertes Exsudat, Geruch oder verzögerte Heilung können Hinweise sein. Chronische Wunden zeigen Entzündung teils weniger eindeutig, weshalb einzelne Zeichen nie isoliert bewertet werden.
Wundinfektion sicher einordnen: Verlauf vergleichen – Systemische Zeichen erkennen
- Verlauf vergleichen
Fotos nach Einwilligung, Maße, Exsudat, Wundrand, Schmerz und Umgebungshaut werden unter vergleichbaren Bedingungen dokumentiert. Veränderung ist oft aussagekräftiger als ein Einzelbefund.
- Kolonisation abgrenzen
Viele chronische Wunden sind mit Mikroorganismen besiedelt, ohne klinisch infiziert zu sein. Ein Abstrich allein beweist daher keine behandlungsbedürftige Infektion.
- Ursache weiterbehandeln
Druck, Durchblutungsstörung, venöse Stauung oder Diabetes müssen parallel berücksichtigt werden. Antiseptik oder Antibiotika ersetzen keine Ursachenbehandlung.
- Systemische Zeichen erkennen
Fieber, Schüttelfrost, rasche Verschlechterung, Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder sich ausbreitende Rötung können auf eine schwere Infektion hinweisen.
Fragen, die bei Wundinfektion häufig entscheiden
Wann ist ein Wundabstrich sinnvoll?
Bei klinischem Infektionsverdacht kann eine fachgerecht entnommene Probe die gezielte Behandlung unterstützen. Routinemäßige Abstriche ohne Zeichen und Kontext führen leicht zu Fehlinterpretationen von Besiedlung.
Bedeutet Geruch immer Infektion?
Nein. Beläge, Exsudat, Verbandmaterial oder Gewebszerfall können Geruch verursachen. Neu auftretender starker Geruch zusammen mit Schmerz, Rötung oder Verschlechterung ist jedoch ein wichtiger Hinweis.
Wann wird eine Wundinfektion zum Notfall?
Bei rascher Ausbreitung, starken Schmerzen, Nekrose, Fieber, Kreislaufveränderung, Atemnot oder neuer Verwirrtheit muss unverzüglich medizinisch beurteilt werden, weil eine systemische Infektion möglich ist.
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Quellen
- AWMF: S3-Leitlinie Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden
- Robert Koch-Institut: Infektionsprävention in der Pflege
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026