Medikation & Notfall

Akute Verwirrtheit und Eigengefährdung

Akute Verwirrtheit und Eigengefährdung bezeichnet eine plötzlich veränderte Orientierung, Aufmerksamkeit oder Impulskontrolle mit möglicher Gefahr durch Krankheit, Delir, Substanzen oder psychische Krise.

Die Situation wird weder vorschnell als Demenz noch ausschließlich als Verhalten bewertet; zuerst zählen körperliche Ursachen, unmittelbare Gefahr und der persönliche Ausgangszustand.

Auch gebräuchlich: plötzliche Desorientierung, akute Selbstgefährdung

Sicher einordnen

Was bei Akute Verwirrtheit und Eigengefährdung zuerst geklärt wird

Die Situation wird weder vorschnell als Demenz noch ausschließlich als Verhalten bewertet; zuerst zählen körperliche Ursachen, unmittelbare Gefahr und der persönliche Ausgangszustand. Bei Akute Verwirrtheit und Eigengefährdung werden Ausgangslage, aktueller Auftrag, beobachtbare Veränderung und persönliche Notfallvereinbarungen zusammen betrachtet. Einzelne Messwerte oder Packungsangaben ersetzen weder die Identitätsprüfung noch die fachliche Bewertung der gesamten Situation.

Prüfen, handeln, übergeben

Drei Sicherheitsanker bei Akute Verwirrtheit und Eigengefährdung

  • Gezielt prüfen

    Beginn, Bewusstsein, Atmung, Schmerz, Temperatur, Flüssigkeit, Medikamente, Sturz, neurologische Zeichen, Äußerungen zu Selbstschädigung und verfügbare Bezugspersonen werden erfasst. Zeitpunkt, Ausgangszustand und bereits erfolgte Maßnahmen werden so konkret notiert, dass die nächste Stelle damit entscheiden kann.

  • Im eigenen Rahmen handeln

    Reiz reduzieren, ruhig Kontakt halten, gefährliche Gegenstände entfernen und Unterstützung holen; Freiheit wird nur im rechtlich zulässigen, erforderlichen Rahmen eingeschränkt. Kompetenz, Einwilligung und der vereinbarte Rückfrageweg bestimmen, wer welche Handlung sicher ausführt.

  • Vollständig übergeben

    Bei Akute Verwirrtheit und Eigengefährdung werden Person, Ort, Verlauf, aktuelle Befunde, Arzneimittel oder Technik, Maßnahmen, Wirkung und bekannte Vorausverfügungen knapp und widerspruchsfrei übermittelt.

Quellen

  1. AWMF: S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter
  2. AWMF: S3-Leitlinie Umgang mit Suizidalität
  3. Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Mit psychischen Krisen umgehen
  4. Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Notfallnummern 112 und 116117

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026