Bewusstlosigkeit
Bewusstlosigkeit ist ein Zustand, in dem eine Person nicht weckbar ist und nicht angemessen auf Ansprache oder Berührung reagiert.
Atmung prüfen, 112 rufen und je nach Atmung stabile Seitenlage oder Wiederbelebung beginnen.
Auch gebräuchlich: nicht ansprechbar, Bewusstseinsverlust
Bewusstlosigkeit ist immer ein Notfall
Bewusstlosigkeit bedeutet fehlende Reaktion auf Ansprache und vorsichtigen Reiz. Ursachen reichen von Kreislaufstörung über Unterzuckerung, Schlaganfall, Vergiftung und Krampfanfall bis Herzstillstand. Helfende stellen nicht zuerst die Diagnose, sondern prüfen unverzüglich Atmung und alarmieren 112.
Bei normaler Atmung hält die stabile Seitenlage die Atemwege frei; Atmung wird fortlaufend kontrolliert. Fehlt normale Atmung oder besteht nur Schnappatmung, beginnt sofort die Herz-Lungen-Wiederbelebung nach Leitstellenanweisung. Essen, Trinken und Medikamente sind bei Bewusstlosigkeit verboten.
Bewusstlosigkeit sicher einordnen: Reaktion prüfen – Ursachenhinweise weitergeben
- Reaktion prüfen
Laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern berühren. Keine schmerzhaften Manipulationen, kein Wasser ins Gesicht und keine Zeit mit langem Weckversuch verlieren.
- Atmung beurteilen
Atemwege öffnen und höchstens etwa zehn Sekunden auf normale Atmung achten. Einzelne unregelmäßige Schnappzüge sind keine normale Atmung.
- Stabile Seitenlage
Bei normaler Atmung Person auf die Seite bringen, Kopf überstrecken, Mund öffnen und regelmäßig kontrollieren. Verletzungsverdacht ändert nicht die Priorität freier Atemwege.
- Reanimation starten
Bei fehlender normaler Atmung 112 beziehungsweise Lautsprecherfunktion nutzen und kräftige schnelle Herzdruckmassage in der Brustmitte beginnen; AED anwenden, sobald verfügbar.
- Ursachenhinweise weitergeben
Medikamente, Diabetes, Sturz, Krampfanfall, Giftkontakt und Zeitpunkt werden Rettungskräften genannt, ohne die Basismaßnahmen zu verzögern.
Atmung entscheidet über Seitenlage oder Wiederbelebung
Eine reglose Person wird laut angesprochen und vorsichtig an den Schultern berührt. Reagiert sie nicht, wird die Atmung nach Freimachen der Atemwege höchstens kurz beurteilt. Normale, regelmäßige Atmung führt zur stabilen Seitenlage und fortlaufenden Kontrolle. Fehlende oder nicht normale Atmung, einschließlich vereinzelter schnappender Atemzüge, erfordert den Notruf und unverzügliche Wiederbelebungsmaßnahmen nach Anleitung der Leitstelle.
Bei Bewusstlosigkeit fehlen Schutzreflexe. Deshalb werden weder Getränke noch Nahrung, Zucker oder Tabletten in den Mund gegeben. Sichtbare Gegenstände werden nur entfernt, wenn sie leicht erreichbar sind; blindes Ausräumen kann tiefer schieben oder verletzen. Ein Krampfanfall wird nicht mit Gewalt gestoppt. Umgebung und Kopf werden geschützt, Dauer und Verlauf beobachtet und nach Ende des Krampfes Atmung und Bewusstsein erneut geprüft.
Mögliche Ursachen reichen von Herz-Kreislauf-Stillstand, Schlaganfall und Unterzuckerung bis zu Vergiftung, Krampfanfall oder Verletzung. Die Ersthilfe wartet nicht auf die Diagnose. Informationen zu Beginn, Sturz, Medikamenten, Diabetes, vorausgegangenen Beschwerden und gefundenen Verpackungen werden dem Rettungsdienst übergeben. Auch wenn die Person rasch wieder erwacht, braucht eine ungeklärte Bewusstlosigkeit eine medizinische Einschätzung.
Nach dem Ereignis bleibt die Beobachtung wichtig. Erbrechen, erneute Bewusstseinsstörung, Atemveränderung, Lähmungszeichen, Brustschmerz oder Erinnerungslücke werden weitergegeben. Zeitpunkt, Dauer, Auffindesituation und durchgeführte Maßnahmen helfen der Diagnostik. Professionelle Teams prüfen anschließend, ob Notfallmaterial, Alarmweg und Rollen funktioniert haben; Angehörige erhalten eine verständliche Erklärung und gegebenenfalls Erste-Hilfe-Schulung. Eine bekannte Ohnmachtsneigung, Epilepsie oder Diabetes darf nicht dazu führen, ein neues Ereignis automatisch der alten Ursache zuzuschreiben. Jede Bewusstlosigkeit wird zunächst nach dem aktuellen Zustand beurteilt. Wenn eine wirksame Vorausentscheidung gegen Wiederbelebung vorliegt, muss sie im Notfall sofort auffindbar und eindeutig anwendbar sein. Bestehen Zweifel, wird die Leitstelle informiert und ihren Anweisungen gefolgt; langes Suchen darf die notwendige Erste Hilfe nicht verzögern. Die Sicherheit entsteht aus vorbereitetem, geübtem und ruhigem Handeln.
Fragen, die bei Bewusstlosigkeit häufig entscheiden
Darf einer bewusstlosen Person Zucker gegeben werden?
Nein. Wegen fehlender Schutzreflexe besteht Aspirationsgefahr. Bei vermuteter Unterzuckerung 112 rufen und nur verordnetes Glukagon anwenden, wenn man dafür eingewiesen ist.
Was ist Schnappatmung?
Seltene, unregelmäßige, geräuschvolle Atemzüge können kurz nach Herzstillstand auftreten und gelten nicht als normale Atmung. In dieser Situation sofort Reanimation beginnen.
Muss bei einem Krampfanfall sofort Seitenlage gemacht werden?
Während starker Krampfbewegungen Umgebung sichern und nicht gewaltsam drehen. Sobald der Krampf endet, Atmung prüfen und bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung die Seitenlage herstellen.
Kann man bei möglicher Wirbelsäulenverletzung drehen?
Freie Atemwege und Atmung haben Vorrang. Wenn die Person bewusstlos normal atmet und nicht anderweitig sicher überwacht werden kann, wird sie vorsichtig in Seitenlage gebracht und 112 angeleitet.
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Quellen
- Deutscher Rat für Wiederbelebung: Reanimationsleitlinien 2025
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Erste Hilfe – beherztes Handeln rettet Leben
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Notfallnummern 112 und 116117
Quellen- und Prüfstand: 5. September 2026