Demenz, Psyche & Beziehung

Angststörung

Eine Angststörung liegt vor, wenn Angst oder Vermeidung übermäßig, anhaltend und deutlich belastend ist oder den Alltag einschränkt.

Körperliche Ursachen, Medikamente, akute Gefahren und unterschiedliche Angstformen müssen fachlich auseinandergehalten werden.

Auch gebräuchlich: krankhafte Angst

Klinisch einordnen

Angst kann schützen – und das Leben einengen

Angststörungen gehen über verständliche Sorge hinaus: Angst ist übermäßig, hält an oder führt zu deutlicher Vermeidung und Einschränkung. Im Alter können körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Atemnot im Vordergrund stehen. Körperliche Ursachen müssen besonders bei neuem Beginn abgeklärt werden.

Vertiefung

Angststörung sicher einordnen: Auslöser und Vermeidung – Behandlung ermöglichen

  • Auslöser und Vermeidung

    Situationen, Gedanken, körperliche Zeichen und vermiedene Aktivitäten werden erfasst. Vermeidung entlastet kurzfristig, kann Angst und Abhängigkeit langfristig verstärken.

  • Ruhig begleiten

    Klare Information, langsames Atmen, eine reizarme Umgebung und verlässliche Präsenz können akute Belastung senken, ohne die Angst als unbegründet abzuwerten.

  • Behandlung ermöglichen

    Psychotherapeutische Verfahren und gegebenenfalls Medikamente können helfen. Sedierende Mittel benötigen im Alter besondere Risikoabwägung wegen Sturz und Verwirrtheit.

Konkrete Orientierung

Fragen, die bei Angststörung häufig entscheiden

Ist Angst bei Pflegebedürftigkeit normal?

Sorgen vor Sturz, Verlust oder Abhängigkeit sind verständlich. Behandlungsbedarf entsteht, wenn Angst unverhältnismäßig, anhaltend oder stark einschränkend wird; auch normale Sorgen verdienen unterstützende Gespräche.

Wann ist Atemnot nicht nur Angst?

Neu auftretende, starke oder belastungsunabhängige Atemnot, Brustschmerz, Blaufärbung, Bewusstseinsveränderung oder Kreislaufprobleme müssen sofort medizinisch beurteilt werden. Angst darf körperliche Notfälle nicht verdecken.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

  1. AWMF und NVL-Programm: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression
  2. Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Pflegewissen für pflegende Angehörige

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026