Angststörung
Eine Angststörung liegt vor, wenn Angst oder Vermeidung übermäßig, anhaltend und deutlich belastend ist oder den Alltag einschränkt.
Körperliche Ursachen, Medikamente, akute Gefahren und unterschiedliche Angstformen müssen fachlich auseinandergehalten werden.
Auch gebräuchlich: krankhafte Angst
Angst kann schützen – und das Leben einengen
Angststörungen gehen über verständliche Sorge hinaus: Angst ist übermäßig, hält an oder führt zu deutlicher Vermeidung und Einschränkung. Im Alter können körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Atemnot im Vordergrund stehen. Körperliche Ursachen müssen besonders bei neuem Beginn abgeklärt werden.
Vermeidung wird mit einem vereinbarten Behandlungsplan bearbeitet
Sich angstauslösenden Situationen schrittweise zu stellen, kann Teil einer Psychotherapie sein. Das ist etwas anderes, als jemanden unvorbereitet in eine gefürchtete Situation zu drängen. Betroffene, Behandlungsteam und gegebenenfalls Angehörige klären, welche Unterstützung hilfreich ist. Reale Gefahren, etwa ein unsicherer Transfer, müssen zugleich behoben werden; sie werden nicht als bloße Angst umgedeutet.
Angst verstehen und passende Behandlung ermöglichen
- Auslöser und Vermeidung
Situationen, Gedanken, körperliche Zeichen und vermiedene Aktivitäten werden erfasst. Vermeidung entlastet kurzfristig, kann Angst und Abhängigkeit langfristig verstärken.
- Ruhig begleiten
Klare Information, langsames Atmen, eine reizarme Umgebung und verlässliche Präsenz können akute Belastung senken, ohne die Angst als unbegründet abzuwerten.
- Behandlung ermöglichen
Psychotherapeutische Verfahren und gegebenenfalls Medikamente können helfen. Sedierende Mittel benötigen im Alter besondere Risikoabwägung wegen Sturz und Verwirrtheit.
Fragen, die bei Angststörung häufig entscheiden
Ist Angst bei Pflegebedürftigkeit normal?
Sorgen vor Sturz, Verlust oder Abhängigkeit sind verständlich. Wenn Angst anhaltend stark belastet oder den Alltag einschränkt, ist fachliche Unterstützung sinnvoll. Auch nachvollziehbare Sorgen dürfen angesprochen werden, ohne dass dafür bereits eine Diagnose feststehen muss.
Wann ist Atemnot nicht nur Angst?
Das lässt sich von außen nicht zuverlässig entscheiden. Bei schwerer Atemnot, anhaltendem Brustschmerz, Bewusstlosigkeit oder neuen neurologischen Ausfällen sofort 112 rufen. Auch eine bekannte Angststörung schließt einen körperlichen Notfall nicht aus.
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Quellen
Die Patienteninformation zur Angstleitlinie erläutert unterschiedliche Angststörungen und Behandlungswege. Angst kann mit körperlicher Erkrankung zusammentreffen; neue schwere Beschwerden dürfen nicht allein einer bekannten Angststörung zugeschrieben werden.
- AWMF / Patienteninformation zur S3-Leitlinie Angststörungen: Kurzinformation Angststörungen, März 2025
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Mit psychischen Krisen umgehen
Quellen- und Prüfstand: 20. September 2026