Mobilität, Haut & Prävention

Dekubitusprävention

Dekubitusprävention soll druckbedingte Haut- und Gewebeschäden durch Risikoeinschätzung, Bewegung, Druckentlastung und geeignete Hilfsmittel vermeiden.

Eigenbewegung, Hautbeobachtung, Liege- und Sitzsituation sowie individuelle Belastbarkeit werden fortlaufend berücksichtigt.

Auch gebräuchlich: Dekubitusprophylaxe, Druckulcusprävention

Pflegealltag

Druck entlasten, bevor Haut sichtbar geschädigt ist

Dekubitusprävention beginnt mit der Frage, wo und wie lange Druck wirkt und ob die Person ihn selbst verändern kann. Sie kombiniert Bewegungsförderung, individuelle Positionierung, geeignete Sitz- und Liegeflächen, Hautbeobachtung und die Behandlung beeinflussbarer Faktoren. Kein Einzelprodukt ersetzt dieses Bündel.

Vertiefung

Dekubitusprävention sicher einordnen: Risiko aktuell einschätzen – Ernährung und Schmerz beachten

  • Risiko aktuell einschätzen

    Mobilität, Haut, Durchblutung, Ernährung, Feuchtigkeit, Schmerzen und Medizinprodukte verändern sich. Eine Aufnahmebewertung ohne laufende Beobachtung reicht nicht.

  • Mikrobewegungen fördern

    Kleine selbstständige Lageänderungen und Gewichtsverlagerungen werden ermöglicht und erinnert. Vollständiges passives Umlagern kann Eigenaktivität unnötig verdrängen.

  • Medizinprodukte kontrollieren

    Sauerstoffschläuche, Masken, Schienen, Katheter und Verbände können lokalen Druck erzeugen. Haut und Sitz werden regelmäßig nach Risiko geprüft.

  • Ernährung und Schmerz beachten

    Unzureichende Aufnahme, Schmerz und Krankheit beeinflussen Bewegung und Gewebetoleranz. Diese Faktoren werden parallel bearbeitet, ohne Prävention auf Ernährung zu reduzieren.

Kurz geklärt

Missverständnisse rund um Dekubitusprävention klären

  • Wie oft muss umgelagert werden

    Ein starres allgemeines Intervall ist nicht fachgerecht. Eigenbewegung, Unterlage, Hautreaktion, Position, Komfort und Gesamtzustand bestimmen Häufigkeit und Umfang, die anhand der Wirkung angepasst werden.

  • Sind Felle oder Sitzringe zur Vorbeugung geeignet

    Produkte ohne nachgewiesene passende Druckverteilung können Druckspitzen, Wärme oder Feuchtigkeit fördern. Hilfsmittel werden gezielt nach fachlicher Einschätzung ausgewählt und auf Wirkung kontrolliert.

  • Was tun bei einer nicht wegdrückbaren Rötung

    Den Bereich sofort konsequent entlasten, Befund und mögliche Ursache fachlich beurteilen und Verlauf eng beobachten. Nicht massieren und nicht abwarten, bis die Haut offen ist.

Quellen

  1. Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege: Expertenstandards und Methodenpapier
  2. AWMF: S3-Leitlinie Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026