Sturzrisiko
Sturzrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person unbeabsichtigt auf dem Boden oder einer tieferen Ebene zu liegen kommt.
Frühere Stürze, Gang, Medikamente, Kreislauf, Sehen, Kognition, Umgebung und Tagesform werden gemeinsam betrachtet.
Auch gebräuchlich: Sturzgefährdung
Sturzrisiko entsteht aus einem Zusammenspiel
Sturzrisiko entsteht aus dem Zusammenspiel persönlicher Faktoren, Tätigkeiten und Umgebung. Ein Risikoassessment kann Hinweise strukturieren, ersetzt aber nicht die Analyse früherer Stürze und konkreter Situationen. Ziel ist eine Balance aus Sicherheit, Bewegungsfreiheit und Teilhabe. Nach jeder relevanten Veränderung werden Maßnahmen mit der betroffenen Person überprüft, damit Sicherheit nicht auf Kosten von Selbstvertrauen, Muskelkraft und gewünschter Bewegung erreicht wird.
Sturzrisiko sicher einordnen: Frühere Stürze analysieren – Folgen von Einschränkung bedenken
- Frühere Stürze analysieren
Zeit, Ort, Tätigkeit, Schuhe, Hilfsmittel, Symptome und Folgen zeigen wiederkehrende Muster. Die Erklärung unvorsichtig reicht fachlich nicht aus.
- Medikamente und Kreislauf
Sedierende, blutdrucksenkende oder mehrfach kombinierte Arzneimittel können beitragen. Veränderungen werden ärztlich geprüft, nicht eigenmächtig vorgenommen.
- Umgebung gezielt anpassen
Beleuchtung, erreichbare Klingel, Laufwege, Sitzhöhen und passende Schuhe werden an reale Situationen angepasst, statt die gesamte Umgebung wahllos zu entmöblieren.
- Folgen von Einschränkung bedenken
Bettgitter, Festhalten oder dauernde Verbote können Kraft, Orientierung und Lebensqualität verschlechtern. Weniger eingreifende Lösungen haben Vorrang.
Fragen, die bei Sturzrisiko häufig entscheiden
Kann man Stürze vollständig verhindern?
Nein. Risiken lassen sich häufig senken, aber nicht vollständig ausschließen, ohne Bewegungsfreiheit unverhältnismäßig einzuschränken. Gute Prävention macht Entscheidungen transparent und überprüft Wirkung sowie Nebenfolgen.
Ist ein Sturzrisiko-Skalenwert ausreichend?
Nein. Skalen können Faktoren bündeln, übersehen aber situative Ursachen und individuelle Ziele. Klinische Einschätzung, Sturzanalyse und Beobachtung bleiben notwendig.
Wann braucht ein Sturz ärztliche Abklärung?
Bei Kopfaufprall, Bewusstseinsveränderung, starken Schmerzen, Fehlstellung, Blutung, neurologischen Zeichen oder Einnahme gerinnungshemmender Medikamente gelten besonders niedrige Schwellen für medizinische beziehungsweise notfallmäßige Abklärung.
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Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Stürze bei älteren Menschen
- Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege: Expertenstandards und Methodenpapier
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026