Demenz, Psyche & Beziehung

Sucht

Sucht ist eine Erkrankung, bei der Konsum oder Verhalten zunehmend schwer kontrollierbar wird und trotz schädlicher Folgen fortgesetzt wird.

Alkohol, Medikamente und andere Substanzen können im Pflegealltag Wirkung, Entzug, Sturzrisiko und Behandlung beeinflussen.

Auch gebräuchlich: Abhängigkeitserkrankung, Substanzabhängigkeit

Klinisch einordnen

Sucht bleibt auch im höheren Alter behandelbar

Sucht kann Alkohol, Medikamente, Nikotin oder andere Substanzen ebenso betreffen wie bestimmte Verhaltensweisen. Im Pflegekontext fallen Entzug, Wechselwirkungen, heimliche Beschaffung oder Funktionsverlust oft spät auf. Moralische Bewertung erschwert Hilfe; notwendig sind respektvolle Ansprache und fachliche Diagnostik.

Vertiefung

Sucht sicher einordnen: Muster statt Einzelereignis – Entzug sicher planen

  • Muster statt Einzelereignis

    Kontrollverlust, Toleranz, Entzug, fortgesetzter Konsum trotz Schaden und Vernachlässigung anderer Bereiche ergeben gemeinsam ein Bild. Eine einzelne Menge beweist keine Abhängigkeit.

  • Medikamente einbeziehen

    Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel können abhängig machen oder riskant kombiniert werden. Verordnungen, tatsächliche Einnahme und mehrere behandelnde Stellen werden abgeglichen.

  • Entzug sicher planen

    Abruptes Absetzen bestimmter Substanzen kann gefährlich sein. Entzug und Dosisänderungen gehören ärztlich geplant und bei Risiko überwacht.

Konkrete Orientierung

Fragen, die bei Sucht häufig entscheiden

Kann Sucht erst im hohen Alter entstehen?

Ja. Schmerzen, Schlafprobleme, Verluste, Einsamkeit oder langjährige Verordnungen können beitragen. Auch spät beginnende Probleme sind behandelbar und dürfen nicht als unveränderliche Gewohnheit abgetan werden.

Wie spricht man einen Verdacht an?

Beobachtungen konkret und wertfrei benennen, nach Sicht und Zielen der Person fragen und vertrauliche Hilfe anbieten. Beschämung, Drohung und ungeprüfte Konfrontation erhöhen Widerstand und können gefährlichen Entzug auslösen.

Vom Begriff zur Handlung

Passende Fachbeiträge

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Pflegewissen für pflegende Angehörige
  2. AWMF und NVL-Programm: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression

Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026