Suchtprävention
Suchtprävention in Pflegesituationen soll riskanten Konsum, Abhängigkeit und Folgeschäden früh erkennen und reduzieren, ohne Menschen zu beschämen oder pauschal zu kontrollieren.
Sie betrifft Alkohol, Nikotin, Medikamente und weitere Substanzen ebenso wie den Umgang mit Stress, Schmerz, Schlaf und sozialer Isolation.
Auch gebräuchlich: Abhängigkeit vorbeugen, Prävention problematischen Konsums
Prävention verbindet respektvolle Ansprache mit realistischen Hilfen
Veränderungen von Menge, Wirkung, Beschaffung, Stürzen, Gedächtnis oder Medikamentenverbrauch können Anlass für ein Gespräch sein. Die Person wird konkret und nicht moralisch angesprochen. Risiken, Wechselwirkungen und Ziele werden gemeinsam geklärt; bei Abhängigkeit braucht eine Reduktion oder ein Entzug medizinische Planung.
Worauf es bei Suchtprävention besonders ankommt
- Konsum konkret erfragen
Art, Menge, Häufigkeit, Anlass und Folgen werden offen besprochen. Vage Begriffe wie gelegentlich verhindern eine brauchbare Einschätzung und fördern Missverständnisse.
- Auslöser mitbearbeiten
Schmerz, Schlaflosigkeit, Einsamkeit, Angst oder Überforderung können Konsum verstärken. Prävention bietet alternative Unterstützung statt nur das Mittel zu verbieten.
- Medikamente absichern
Bedarfsmedikation, Schlaf- und Beruhigungsmittel werden auf Wirkung, Toleranz, Doppelverordnungen und sichere Aufbewahrung geprüft. Änderungen erfolgen ärztlich begleitet.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Pflegewissen für pflegende Angehörige
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Mit Arzneimitteln richtig umgehen
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026