Transfer
Ein Transfer ist der Wechsel zwischen zwei Positionen oder Orten, etwa vom Bett in den Rollstuhl oder vom Sitzen zum Stehen.
Sichere Transfers nutzen Eigenaktivität, passende Hilfsmittel, klare Absprachen und eine zuvor eingeschätzte Belastbarkeit.
Auch gebräuchlich: Umsetzen, Positionswechsel
Ein Transfer beginnt vor dem ersten Handgriff
Transfers unterscheiden sich nach Ausgangs- und Zielhöhe, Bewegungsfähigkeit, Belastbarkeit und Umgebung. Eine sichere Technik wird nicht nur der helfenden Person beigebracht, sondern gemeinsam mit dem betroffenen Menschen erprobt. Sie nutzt vorhandene Bewegung und reduziert Scherkräfte, Sturz- und Überlastungsrisiken.
Transfer sicher einordnen: Vorbereiten vor Bewegen – Belastung beider Seiten beachten
- Vorbereiten vor Bewegen
Bremsen, Fußstützen, Schuhe, Leitungen, Platz und Zielposition werden vor Beginn geprüft. Unterbrechungen mitten im Transfer erhöhen Unsicherheit.
- Klare Absprachen
Kurze vereinbarte Signale und ein gemeinsamer Start verhindern gegensätzliche Bewegungen. Hör-, Sprach- oder kognitive Einschränkungen erfordern angepasste Kommunikation.
- Hilfsmittel gezielt wählen
Rutschbrett, Aufstehhilfe, Drehscheibe oder Lifter passen nicht zu jeder Situation. Auswahl und Bedienung benötigen eine individuelle fachliche Einschätzung.
- Belastung beider Seiten beachten
Unsicheres Heben gefährdet Rücken, Schultern und Haut. Wenn ein Transfer nicht kontrolliert gelingt, wird Unterstützung verstärkt statt mit Kraft improvisiert.
Missverständnisse rund um Transfer klären
- Soll man unter den Armen hochziehen
Nein. Das kann Schmerzen, Haut- und Gelenkverletzungen verursachen und gibt wenig Kontrolle. Besser sind vorbereitete Bewegungswege, geeignete Kontaktflächen und bei Bedarf ein passendes Hilfsmittel.
- Was tun, wenn die Knie plötzlich nachgeben
Nicht mit Gewalt hochhalten. Die Person kontrolliert zur nächsten sicheren Fläche begleiten, Hilfe holen und Ursache sowie künftige Transfertechnik neu einschätzen. Akute neurologische oder kreislaufbedingte Veränderungen brauchen medizinische Abklärung.
- Wie bleibt eine Transfertechnik einheitlich
Der erprobte Ablauf wird verständlich dokumentiert, Hilfsmittel sind verfügbar und alle Beteiligten werden eingewiesen. Veränderungen der Fähigkeiten führen zeitnah zu einer erneuten praktischen Einschätzung.
Passende Fachbeiträge
- Wissen für private AngehörigeStürze zu Hause vorbeugen: Sicherheit erhöhen, Bewegung erhaltenStürze zu Hause vorbeugen: persönliche Risiken erkennen, Bewegung erhalten und Training, Wohnraumberatung sowie Medikamentenprüfung sinnvoll verbinden.
- Wissen für private AngehörigeNach einem Sturz zu Hause: ruhig prüfen, sicher Hilfe holenNach einem Sturz zu Hause sicher reagieren: Angehörige prüfen Atmung und Warnzeichen, vermeiden riskantes Hochziehen und organisieren passende Hilfe.
- Wissen für private AngehörigeUmsetzen zu Hause: sicher helfen, ohne zu heben oder zu ziehenTransfers zu Hause sicher organisieren: Fähigkeiten und Warnzeichen prüfen, persönliche Anleitung nutzen, Hilfsmittel passend versorgen und eigene Grenzen schützen.
- Wissen für private AngehörigeRollator, Gehstock oder Gehstützen zu Hause sicher nutzenRollator, Gehstock oder Gehstützen zu Hause sicher nutzen: Auswahl, Einweisung, Alltagstest, Warnzeichen, Wartung und Grenzen für Angehörige.
Quellen
- World Health Organization: International Classification of Functioning, Disability and Health
- Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Stürze bei älteren Menschen
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026