Prävention in der Lebenswelt: beraten, ohne den Alltag zu übergehen
Gesundheitsinformation, Motivation und soziale Bedingungen zu einer realistischen Beratung verbinden
- 40 Minuten
- Mittel
- Erwachsene
Die Situation
Herr Novak lebt mit Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz in einer kleinen Wohnung. Er kauft meist im nahen Kiosk ein, weil der Supermarkt mit dem Bus schwer erreichbar ist. Eine Pflegekraft fordert ihn wiederholt auf, gesünder zu essen und mehr zu laufen. Herr Novak beendet Gespräche zunehmend früh und sagt, er kenne die Regeln längst. Seine Füße schaut er wegen eingeschränkter Beweglichkeit selten selbst an; neue Schuhe drücken an einer Stelle.
Deine Arbeitsaufträge
Begründe Prioritäten laut oder schriftlich. Öffne den Lösungsweg erst danach.
- Unterscheiden Sie Wissensdefizit, Motivationslage und strukturelle Barrieren.
- Planen Sie ein gemeinsames Beratungsziel.
- Leiten Sie konkrete, erreichbare Unterstützungswege ab.
- Beschreiben Sie, wie Verständnis und Vereinbarung überprüft werden.
Fall als Arbeitsblatt
Der Druckbogen enthält Situation und Arbeitsaufträge, aber weder Lösung noch Erwartungshorizont. Es wird nichts gespeichert oder übertragen.
Prävention in der Lebenswelt: beraten, ohne den Alltag zu übergehen
Fall-ID PF-CE04-S · Mittel · Erwachsene
Situation
Herr Novak lebt mit Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz in einer kleinen Wohnung. Er kauft meist im nahen Kiosk ein, weil der Supermarkt mit dem Bus schwer erreichbar ist. Eine Pflegekraft fordert ihn wiederholt auf, gesünder zu essen und mehr zu laufen. Herr Novak beendet Gespräche zunehmend früh und sagt, er kenne die Regeln längst. Seine Füße schaut er wegen eingeschränkter Beweglichkeit selten selbst an; neue Schuhe drücken an einer Stelle.
Arbeitsaufträge
- Unterscheiden Sie Wissensdefizit, Motivationslage und strukturelle Barrieren.
- Planen Sie ein gemeinsames Beratungsziel.
- Leiten Sie konkrete, erreichbare Unterstützungswege ab.
- Beschreiben Sie, wie Verständnis und Vereinbarung überprüft werden.
Was im Fall nicht verloren gehen darf
- Wissen ist vorhanden, Umsetzungshürden bleiben
- eingeschränkte Erreichbarkeit geeigneter Angebote
- mögliche Druckstelle am Fuß
- Beratung wird als wiederholte Belehrung erlebt
- Selbstkontrolle ist funktionell erschwert
Lösungsweg öffnenNicht die eine Musterformulierung, sondern eine fachliche Reihenfolge
- Die neue Druckstelle wird zuerst fachlich eingeschätzt und bei Warnzeichen weiter abgeklärt.
- Herr Novaks eigene Priorität und bisherige Erfahrungen eröffnen das Gespräch.
- Lebensmittelzugang, Mobilität, finanzielle und funktionelle Bedingungen werden als Teil der Situation anerkannt.
- Ein kleiner realisierbarer nächster Schritt wird gemeinsam vereinbart.
- Teach-back und ein konkreter Folgetermin prüfen, ob Plan und Alltag zusammenpassen.
Sechs transparente Bewertungsanker
Prüfe, ob dein Weg diese Aspekte erkennbar und situationsbezogen enthält.
- akutes Fußproblem priorisiert
- soziale Bedingungen einbezogen
- Beratung dialogisch
- Ziel realistisch
- Unterstützungsnetz berücksichtigt
- Evaluation vereinbart
Woran eine zunächst plausible Antwort scheitern kann
fehlende Umsetzung als Unwillen bewerten
allgemeine Verbotslisten wiederholen
Beratung durchführen, bevor die Druckstelle eingeschätzt ist
Wie ändert sich die Beratung, wenn Herr Novak geringe Deutschkenntnisse oder eine Sehbeeinträchtigung hat?
Übertrage nicht nur die Maßnahme. Prüfe, welche Informationen, Rollen und Risiken sich im neuen Kontext verändern.
Einordnung
- § 14 PflAPrV – Schriftlicher Teil der PrüfungBundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz · geprüft am 2026-08-30
- Anlage 2 PflAPrV – Kompetenzen für die staatliche PrüfungBundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz · geprüft am 2026-08-30
- Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBGBundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 2026-08-30
Redaktioneller Trainingsfall · Prüfstand 2026-09-01. Der Fall ersetzt keine praktische Einweisung, Kompetenzfreigabe oder verbindliche Prüfungsaufgabe.