Multiresistente Erreger
Multiresistente Erreger sind Mikroorganismen, gegen die mehrere wichtige antimikrobielle Medikamente nicht mehr ausreichend wirken.
Übertragungsweg, konkrete Pflegesituation und Hygieneplan bestimmen die nötigen Schutzmaßnahmen.
Auch gebräuchlich: MRE, multiresistente Keime
MRE-Besiedlung und Infektion sind nicht dasselbe
Multiresistente Erreger sind Bakterien, gegen die mehrere wichtige Antibiotikagruppen nicht mehr zuverlässig wirken. Besiedlung ist nicht gleich Infektion und verursacht oft keine Beschwerden. Schutzmaßnahmen richten sich nach Erreger, Körperstelle, Tätigkeit und Versorgungskontext und sollen Teilhabe nicht unnötig einschränken. Bewohnerbezogene Maßnahmen werden im Team und bei Übergängen einheitlich kommuniziert, damit widersprüchliche Schutzkleidung, unnötige Einschränkung oder gefährliche Lücken nicht aus Unsicherheit entstehen.
Multiresistente Erreger sicher einordnen: Besiedlung unterscheiden – Antibiotika verantworten
- Besiedlung unterscheiden
Ein positiver Nachweis ohne Krankheitszeichen benötigt nicht automatisch Antibiotika. Klinische Symptome und ärztliche Diagnostik entscheiden über Behandlung.
- Übertragungswege beachten
Händehygiene und Schutz bei Kontakt mit Sekreten oder Wunden sind zentral. Pauschale Ganzkörper-Schutzkleidung bei jedem sozialen Kontakt ist meist nicht nötig.
- Information gezielt weitergeben
Bei Übergängen erhalten aufnehmende Stellen notwendige Angaben rechtzeitig und sicher. Öffentliche Kennzeichnung oder unnötige Information verletzt Datenschutz und Würde.
- Antibiotika verantworten
Gezielte Verordnung, richtige Dauer und Proben vor Therapie unterstützen Wirksamkeit. Unnötige Antibiotika fördern weitere Resistenz.
Fragen, die bei Multiresistente Erreger häufig entscheiden
Muss eine besiedelte Person isoliert werden?
Nicht automatisch. Maßnahmen hängen von Erreger, Wunden, Ausscheidungen, Hygieneverhalten, Mitbewohnern und Setting ab. Soziale Isolation wird so weit wie möglich vermieden.
Kann eine Besiedlung wieder verschwinden?
Nachweise können später negativ werden, aber Verlauf ist unterschiedlich. Kontrollabstriche und Dekolonisation richten sich nach Erreger und fachlicher Empfehlung, nicht nach eigenem Zeitplan.
Sind Angehörige besonders gefährdet?
Im normalen Kontakt meist nicht, wenn Basishygiene eingehalten wird. Bei offenen Wunden, invasiven Zugängen oder starker Immunsuppression werden individuelle Schutzmaßnahmen fachlich besprochen.
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Quellen
Quellen- und Prüfstand: 29. August 2026