Aktueller Bereich: Prüfungsfall
CE 09 · Schriftlich

Demenz und Tagesgestaltung: Sicherheit ohne Lebensentzug planen

Verhalten, Bedürfnisse, Biografie und Risiken in einer personzentrierten Planung verbinden

  • 40 Minuten
  • Mittel
  • Ältere Menschen
Ausgangslage

Die Situation

Frau Linde lebt mit Demenz im Pflegeheim. Am späten Nachmittag geht sie wiederholt zum Ausgang und sagt, sie müsse ihre Kinder von der Schule abholen. Wird sie aufgehalten, reagiert sie ärgerlich. Das Team erwägt, den Türbereich konsequent zu meiden und Frau Linde nachmittags in ihrem Zimmer zu beschäftigen. Ihre Tochter berichtet, dass Frau Linde früher täglich zu Fuß zur Schule ging und danach mit Nachbarinnen Kaffee trank.

Zuerst selbst bearbeiten

Deine Arbeitsaufträge

Begründe Prioritäten laut oder schriftlich. Öffne den Lösungsweg erst danach.

  1. Deuten Sie das Verhalten ohne vorschnelle Pathologisierung.
  2. Bewerten Sie Risiken, Ressourcen und mögliche Auslöser.
  3. Entwerfen Sie personzentrierte Maßnahmen mit Sicherheitsplan.
  4. Formulieren Sie Kriterien zur Evaluation.
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CE 09 · Schriftlich · 40 Minuten

Demenz und Tagesgestaltung: Sicherheit ohne Lebensentzug planen

Fall-ID PF-CE09-S · Mittel · Ältere Menschen

Situation

Frau Linde lebt mit Demenz im Pflegeheim. Am späten Nachmittag geht sie wiederholt zum Ausgang und sagt, sie müsse ihre Kinder von der Schule abholen. Wird sie aufgehalten, reagiert sie ärgerlich. Das Team erwägt, den Türbereich konsequent zu meiden und Frau Linde nachmittags in ihrem Zimmer zu beschäftigen. Ihre Tochter berichtet, dass Frau Linde früher täglich zu Fuß zur Schule ging und danach mit Nachbarinnen Kaffee trank.

Arbeitsaufträge

  1. Deuten Sie das Verhalten ohne vorschnelle Pathologisierung.
  2. Bewerten Sie Risiken, Ressourcen und mögliche Auslöser.
  3. Entwerfen Sie personzentrierte Maßnahmen mit Sicherheitsplan.
  4. Formulieren Sie Kriterien zur Evaluation.
Pflegekanzler · Bearbeitungsbogen ohne Musterlösung · Prüfstand 2026-09-01
Beobachtungsanker

Was im Fall nicht verloren gehen darf

  • wiederkehrendes Verhalten zu bestimmter Tageszeit
  • biografisch verständliches Motiv
  • Konflikt durch direktes Aufhalten
  • Risiko des Weggehens
  • Vorschlag würde Bewegungsfreiheit und soziale Teilhabe stark einschränken
Lösungsweg öffnenNicht die eine Musterformulierung, sondern eine fachliche Reihenfolge
  1. Zeitmuster, körperliche Bedürfnisse, Schmerz, Umgebung und Ansprache werden beobachtet.
  2. Biografie wird genutzt, um Bedeutung statt nur Verhalten zu verstehen.
  3. Begleitete Bewegung, vertraute Aufgabe und sozialer Kontakt werden als Alternativen erprobt.
  4. Weggeh- und Notfallwege werden organisatorisch geklärt, ohne pauschale Einschließung.
  5. Unruhe, Wohlbefinden, Konflikte, Bewegungsumfang und Teilhabe werden gemeinsam evaluiert.
Selbstabgleich

Sechs transparente Bewertungsanker

Prüfe, ob dein Weg diese Aspekte erkennbar und situationsbezogen enthält.

  • Verhalten kontextbezogen
  • körperliche Ursachen mitgedacht
  • Biografie wirksam genutzt
  • Freiheit und Sicherheit abgewogen
  • Maßnahmen individuell
  • Evaluation mehrdimensional
Typische Denkfallen

Woran eine zunächst plausible Antwort scheitern kann

Aussage wörtlich korrigieren und diskutieren

Türnähe als alleinige Ursache behandeln

Beschäftigung im Zimmer als risikoarme Standardlösung festlegen

Transferfrage

Welche zusätzlichen Absprachen braucht ein ähnlicher Plan bei einer alleinlebenden Person mit ambulanten Besuchen?

Übertrage nicht nur die Maßnahme. Prüfe, welche Informationen, Rollen und Risiken sich im neuen Kontext verändern.

Einordnung

Redaktioneller Trainingsfall · Prüfstand 2026-09-01. Der Fall ersetzt keine praktische Einweisung, Kompetenzfreigabe oder verbindliche Prüfungsaufgabe.