Demenz und Tagesgestaltung: Sicherheit ohne Lebensentzug planen
Verhalten, Bedürfnisse, Biografie und Risiken in einer personzentrierten Planung verbinden
- 40 Minuten
- Mittel
- Ältere Menschen
Die Situation
Frau Linde lebt mit Demenz im Pflegeheim. Am späten Nachmittag geht sie wiederholt zum Ausgang und sagt, sie müsse ihre Kinder von der Schule abholen. Wird sie aufgehalten, reagiert sie ärgerlich. Das Team erwägt, den Türbereich konsequent zu meiden und Frau Linde nachmittags in ihrem Zimmer zu beschäftigen. Ihre Tochter berichtet, dass Frau Linde früher täglich zu Fuß zur Schule ging und danach mit Nachbarinnen Kaffee trank.
Deine Arbeitsaufträge
Begründe Prioritäten laut oder schriftlich. Öffne den Lösungsweg erst danach.
- Deuten Sie das Verhalten ohne vorschnelle Pathologisierung.
- Bewerten Sie Risiken, Ressourcen und mögliche Auslöser.
- Entwerfen Sie personzentrierte Maßnahmen mit Sicherheitsplan.
- Formulieren Sie Kriterien zur Evaluation.
Fall als Arbeitsblatt
Der Druckbogen enthält Situation und Arbeitsaufträge, aber weder Lösung noch Erwartungshorizont. Es wird nichts gespeichert oder übertragen.
Demenz und Tagesgestaltung: Sicherheit ohne Lebensentzug planen
Fall-ID PF-CE09-S · Mittel · Ältere Menschen
Situation
Frau Linde lebt mit Demenz im Pflegeheim. Am späten Nachmittag geht sie wiederholt zum Ausgang und sagt, sie müsse ihre Kinder von der Schule abholen. Wird sie aufgehalten, reagiert sie ärgerlich. Das Team erwägt, den Türbereich konsequent zu meiden und Frau Linde nachmittags in ihrem Zimmer zu beschäftigen. Ihre Tochter berichtet, dass Frau Linde früher täglich zu Fuß zur Schule ging und danach mit Nachbarinnen Kaffee trank.
Arbeitsaufträge
- Deuten Sie das Verhalten ohne vorschnelle Pathologisierung.
- Bewerten Sie Risiken, Ressourcen und mögliche Auslöser.
- Entwerfen Sie personzentrierte Maßnahmen mit Sicherheitsplan.
- Formulieren Sie Kriterien zur Evaluation.
Was im Fall nicht verloren gehen darf
- wiederkehrendes Verhalten zu bestimmter Tageszeit
- biografisch verständliches Motiv
- Konflikt durch direktes Aufhalten
- Risiko des Weggehens
- Vorschlag würde Bewegungsfreiheit und soziale Teilhabe stark einschränken
Lösungsweg öffnenNicht die eine Musterformulierung, sondern eine fachliche Reihenfolge
- Zeitmuster, körperliche Bedürfnisse, Schmerz, Umgebung und Ansprache werden beobachtet.
- Biografie wird genutzt, um Bedeutung statt nur Verhalten zu verstehen.
- Begleitete Bewegung, vertraute Aufgabe und sozialer Kontakt werden als Alternativen erprobt.
- Weggeh- und Notfallwege werden organisatorisch geklärt, ohne pauschale Einschließung.
- Unruhe, Wohlbefinden, Konflikte, Bewegungsumfang und Teilhabe werden gemeinsam evaluiert.
Sechs transparente Bewertungsanker
Prüfe, ob dein Weg diese Aspekte erkennbar und situationsbezogen enthält.
- Verhalten kontextbezogen
- körperliche Ursachen mitgedacht
- Biografie wirksam genutzt
- Freiheit und Sicherheit abgewogen
- Maßnahmen individuell
- Evaluation mehrdimensional
Woran eine zunächst plausible Antwort scheitern kann
Aussage wörtlich korrigieren und diskutieren
Türnähe als alleinige Ursache behandeln
Beschäftigung im Zimmer als risikoarme Standardlösung festlegen
Welche zusätzlichen Absprachen braucht ein ähnlicher Plan bei einer alleinlebenden Person mit ambulanten Besuchen?
Übertrage nicht nur die Maßnahme. Prüfe, welche Informationen, Rollen und Risiken sich im neuen Kontext verändern.
Einordnung
- § 14 PflAPrV – Schriftlicher Teil der PrüfungBundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz · geprüft am 2026-08-30
- Anlage 2 PflAPrV – Kompetenzen für die staatliche PrüfungBundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz · geprüft am 2026-08-30
- Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBGBundesinstitut für Berufsbildung · geprüft am 2026-08-30
Redaktioneller Trainingsfall · Prüfstand 2026-09-01. Der Fall ersetzt keine praktische Einweisung, Kompetenzfreigabe oder verbindliche Prüfungsaufgabe.