Aktueller Bereich: Prüfungsfall
CE 08 · Mündlich

Essen am Lebensende: Wille, Fürsorge und Unsicherheit besprechen

Ethische Unsicherheit strukturiert bearbeiten und eine gemeinsame Entscheidung vorbereiten

  • 25 Minuten
  • Fortgeschritten
  • Ältere Menschen
Ausgangslage

Die Situation

Frau Bender befindet sich in einer fortgeschrittenen Erkrankung und nimmt nur noch kleine Mengen zu sich. Sie wendet den Kopf ab, wenn ihr Sohn den Löffel reicht. Der Sohn fordert eine Ernährungssonde, weil Verhungern unmenschlich sei. Eine Patientenverfügung erwähnt künstliche Ernährung nur allgemein. Sie sollen das Gespräch als Pflegefachperson eröffnen und den Entscheidungsweg erläutern.

Zuerst selbst bearbeiten

Deine Arbeitsaufträge

Begründe Prioritäten laut oder schriftlich. Öffne den Lösungsweg erst danach.

  1. Formulieren Sie eine empathische Gesprächseröffnung.
  2. Erklären Sie, welche pflegerischen Beobachtungen entscheidungsrelevant sind.
  3. Strukturieren Sie den interprofessionellen Entscheidungsweg.
  4. Reagieren Sie auf den Vorwurf: Sie lassen meine Mutter verhungern.
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CE 08 · Mündlich · 25 Minuten

Essen am Lebensende: Wille, Fürsorge und Unsicherheit besprechen

Fall-ID PF-CE08-M · Fortgeschritten · Ältere Menschen

Situation

Frau Bender befindet sich in einer fortgeschrittenen Erkrankung und nimmt nur noch kleine Mengen zu sich. Sie wendet den Kopf ab, wenn ihr Sohn den Löffel reicht. Der Sohn fordert eine Ernährungssonde, weil Verhungern unmenschlich sei. Eine Patientenverfügung erwähnt künstliche Ernährung nur allgemein. Sie sollen das Gespräch als Pflegefachperson eröffnen und den Entscheidungsweg erläutern.

Arbeitsaufträge

  1. Formulieren Sie eine empathische Gesprächseröffnung.
  2. Erklären Sie, welche pflegerischen Beobachtungen entscheidungsrelevant sind.
  3. Strukturieren Sie den interprofessionellen Entscheidungsweg.
  4. Reagieren Sie auf den Vorwurf: Sie lassen meine Mutter verhungern.
Pflegekanzler · Bearbeitungsbogen ohne Musterlösung · Prüfstand 2026-09-01
Beobachtungsanker

Was im Fall nicht verloren gehen darf

  • reduzierte Nahrungsaufnahme in fortgeschrittener Erkrankung
  • wiederholte Abwehrreaktion
  • stark belasteter Sohn
  • unklare Reichweite der Verfügung
  • Nutzen, Belastung und aktueller Wille müssen geklärt werden
Lösungsweg öffnenNicht die eine Musterformulierung, sondern eine fachliche Reihenfolge
  1. Sorge und moralische Belastung des Sohnes werden benannt, ohne seiner Forderung vorschnell zuzustimmen.
  2. Aktueller Ausdruck, Einwilligungsfähigkeit, Beschwerden, Mundsituation, Schlucken, Genuss und bekannte Wertvorstellungen werden sorgfältig erhoben.
  3. Verfügung, Bevollmächtigung und mutmaßlicher Wille werden auf die konkrete Situation bezogen geprüft.
  4. Ärztliche, pflegerische und bei Bedarf ethische Expertise klären erreichbaren Nutzen, Belastungen und Alternativen gemeinsam mit der vertretungsberechtigten Person.
  5. Unabhängig von der Entscheidung bleiben Mundpflege, Symptomlinderung, Zuwendung und freiwillig gewünschte kleine Angebote erhalten.
Selbstabgleich

Sechs transparente Bewertungsanker

Prüfe, ob dein Weg diese Aspekte erkennbar und situationsbezogen enthält.

  • Belastung empathisch aufgenommen
  • aktueller Wille zentral
  • Beobachtung konkret
  • Dokumente situationsbezogen
  • Entscheidungsweg interprofessionell
  • Basisfürsorge gesichert
Typische Denkfallen

Woran eine zunächst plausible Antwort scheitern kann

Sonde als rein technische Lösung behandeln

Kopfabwenden ohne Kontext als rechtssichere Ablehnung deuten

Angehörigenschuld verstärken

Transferfrage

Welche konkreten Beobachtungen helfen dem Team, eine einmal getroffene Entscheidung erneut zu überprüfen?

Übertrage nicht nur die Maßnahme. Prüfe, welche Informationen, Rollen und Risiken sich im neuen Kontext verändern.

Einordnung

Redaktioneller Trainingsfall · Prüfstand 2026-09-01. Der Fall ersetzt keine praktische Einweisung, Kompetenzfreigabe oder verbindliche Prüfungsaufgabe.